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Fortuna Düsseldorf
Kramer setzt auf Umbruch – aber nicht im Tor

Die Aufsteiger-Tipps der Trainer
Die Aufsteiger-Tipps der Trainer FOTO: Wolff
Düsseldorf. Karim Haggui und Stellvertreter Julian Koch werden Fortuna Düsseldorf als Mannschaftsführer in die neue Saison der 2. Bundesliga führen. Cheftrainer Frank Kramer hat damit weitere alte Strukturen aufgebrochen und ein klares Zeichen an die alteingesessenen Fortunen geschickt. Von Christoffer Kleindienst

Adam Bodzek, Axel Bellinghausen und Oliver Fink kommen zusammen auf 16 Jahre Profifußball bei der Fortuna. Sie bringen viel Erfahrung mit, spielten alle in der höchsten deutschen Spielklasse. Diese Fakten dürften Kramer bekannt sein und dennoch kamen für ihn diese Profis als Kapitän nicht in Frage. Karim Haggui, Julian Koch und Michael Rensing bilden das Trio an der Spitze. Deren Erfahrung im Fortuna-Trikot ist deutlich imposanter, wenn man sie in Monaten ausdrückt: seit 27 Monaten sind sie in Düsseldorf. An dieser Zahl hat vor allen Dingen Rensing den größten Anteil, der 2013 zur Fortuna kam, Haggui und Koch wechselten erst diesen Sommer nach Düsseldorf.

Kramer zeigt mit dieser Entscheidung, dass er den Umbruch weiter vorantreibt. "Für uns war es wichtig, dass wir unseren Neustart auch durch diese Benennung dokumentieren", sagt der Trainer: "Für einen Kapitän ist es wichtig, die Akzeptanz aller seiner Team-Kollegen zu haben. Das ist sowohl bei Karim Haggui als auch bei Julian Koch der Fall."

"Ich bin ohnehin ein Spieler, der Verantwortung übernimmt"

Die Zugänge übernehmen also Verantwortung. Von Stützen in seinem Team spricht der Coach nicht, das wolle er nicht. Allerdings werden die Mannschaftsführer im Normalfall unter ihm gesetzt sein. Dass ausgerechnet Haggui die Führungsposition einnimmt, überrascht kurz vor dem ersten Spieltag gegen Union Berlin (Sonntag, 15.30 Uhr, Live-Ticker) kaum noch. Erstmals trug er die Binde im Freundschaftsspiel gegen FSV Salmrohr, in den kommenden Wochen ging er sowohl beim Training als auch in den Spielen vorneweg. 

Der Tunesier bewies, dass er nun tatsächlich nochmal angreifen will, zwei Jahre lang kam er beim VfB Stuttgart fast kaum zum Zug. Die Fortuna kann davon nur profitieren. Haggui hat bereits viel Erfahrung in der 1. Bundesliga und Ligue 1 gesammelt. Er spielte bei den größten Turnieren dieser Welt: Mit der tunesischen Nationalmannschaft war er bei der Weltmeisterschaft 2006 dabei, auch bei den Olympischen Spielen in Athen, außerdem gewann er den Afrika-Cup 2004. Ab 2009 war er auch in der Nationalmannschaft Kapitän. 

"Karim wirkt auf seine Mitspieler ein, ohne ein Lautsprecher zu sein. Er ist eine Persönlichkeit und spielt auf einer Position, die für dieses Amt prädestiniert ist", erklärt Kramer seine Entscheidung und man versteht es sofort. "Dass der Trainer mich in dieser Rolle sieht, freut mich sehr. Ich bin ohnehin ein Spieler, der Verantwortung übernimmt. Aber ich muss klar sagen, dass wir viele Charaktere in der Mannschaft haben, die diese Rolle aufgrund ihrer Ausstrahlung ebenfalls ausfüllen könnten. Da die Wahl nun auf mich gefallen ist, werde ich natürlich vorweg gehen", erklärt Haggui.

Keim Umbruch im Tor: "Nur Nuancen"

Für die Fortuna-Routiniers bedeutet es zunächst einmal, dass zwei Plätze weniger in der Startelf vorhanden sind. Bellinghausen betrifft es erstmal nur indirekt, Bodzeks Stammplatz führt demnach aber nur noch über Hagguis derzeitigen Innenverteidigerpartner Christian Strohdiek. Fink muss derweil auf eine defensivere Doppel-Sechs hoffen, derzeit scheint der deutlich offensivere Michael Liendl neben Koch gesetzt.

Allerdings stehen nicht alle Zeichen auf Umbruch. Im Tor vertraut Kramer ebenso wie seine Vorgänger Oliver Reck und Taskin Aksoy auf Michael Rensing, Lars Unnerstall wird im Tor nicht gesetzt sein. "Es war eine ganz schwierige Entscheidung, weil ich beide für hervorragende Torhüter halte. Es waren wirklich nur Nuancen, die zu dieser Wahl geführt haben", so Kramer, der bewusst den Druck hochalten will: " Lars ist ganz nah dran, sodass Michael Tag für Tag seine beste Leistung zeigen muss, um seinen Platz zu verteidigen."

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