| 07.29 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Funkel stabilisiert Fortuna

Burmeisters Notbremse gegen Djurdjic nicht geahndet
Burmeisters Notbremse gegen Djurdjic nicht geahndet FOTO: Falk Janning
Bielefeld. Vollends zufrieden sind die Düsseldorfer mit dem 0:0 bei Arminia Bielefeld nicht, weil mehr für sie drin war. Der neue Cheftrainer hält sein Team aber auf Kurs Klassenerhalt. Das Selbstvertrauen wächst. Von Bernd Jolitz

Unruhe gab es bei Fortuna Düsseldorf in dieser Saison genug. Drei Trainerwechsel, die quälend lange Suche nach einem Vorstandsvorsitzenden, große Abstiegsgefahr - und das mit einem Kader, der mit weit größeren Ambitionen an den Start gegangen war. Sechs Spieltage vor Schluss gibt es zarte Hoffnungen, dass diese Achterbahnsaison doch noch zu einem versöhnlichen Ende kommen könnte. Natürlich trägt dazu bei, dass seit dem 22. März in Robert Schäfer ein Vorsitzender im Amt ist. Die maßgebliche Personalie könnte jedoch Friedhelm Funkel sein, der seinen Trainerjob wohltuend unaufgeregt angeht und dessen Ruhe geradezu ansteckend wirkt.

So auch nach dem 0:0 im Zweitligaspiel bei Arminia Bielefeld. Funkel spricht deutlich aus, was er denkt, analysiert klar und verständlich, Effekthascherei und modernes Fach-Chinesisch hat er nicht nötig. "Das 0:0 ist ein gerechtes Ergebnis", befindet er. "Es hilft Arminia wie auch uns ein Stück weiter und gibt meiner Mannschaft weiter Selbstvertrauen." Erst im kleineren Kreis, als die Fernsehkameras abgeschaltet sind, kommt er auf die womöglich spielentscheidende Szene zu sprechen, ohne Schaum vor dem Mund. "Natürlich war es ein Foul von Felix Burmeister an Nikola Djurdjic, und wenn es ein Foul ist, dann ist es auch eine Rote Karte", sagt der 62-Jährige nüchtern. "Da haben mein Kollege Norbert Meier und die Arminia Glück gehabt."

Doch Funkel verbeißt sich nicht in diese Szene, obwohl es unerklärlich blieb, warum Schiedsrichter Robert Kempter - der ohnehin einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte - nach Burmeisters Notbremse weiterspielen ließ. Dem Trainer liegt mehr daran, auf den Erfolg der gemeinsamen Arbeit in den zurückliegenden zwei Wochen zu verweisen. "Der Auftritt meiner Mannschaft stimmt mich positiv", berichtet Funkel. "Sie hat selbstbewusst Fußball gespielt. Ich bin froh, dass sie sich defensiv wesentlich stabiler präsentiert hat als beim 4:3 gegen Kaiserslautern. Daran haben wir zwei Wochen lang gearbeitet."

Bielefeld - Fortuna: Einzelkritik FOTO: Falk Janning

Die intensive Betrachtung jener 21. Minute überlässt er anderen. Djurdjic zum Beispiel. "Ob es ein Foul war?", fragt der Serbe rhetorisch. "Ich laufe allein aufs Tor zu, habe doch keinen Grund, mich fallen zu lassen. Schon gar nicht vor dem Strafraum. Eindeutig eine Rote Karte." Das sieht Kapitän Karim Haggui genauso und folgert: "Wenn die Bielefelder 70 Minuten lang in Unterzahl hätten spielen müssen, wären sie ordentlich in Schwierigkeiten gekommen."

Rachid Azzouzi gibt zwar zu, dass "uns diese Situation brutal ärgert", doch ähnlich wie Funkel legt der Sportdirektor größeren Wert auf den Auftritt als Ganzes. "Wir hätten das Spiel auch ohne die fällige Rote Karte für uns entscheiden können, aber die letzte Konsequenz hat uns ganz vorn gefehlt", befindet der Sportdirektor. "Wichtig ist jedoch, dass wir den Aufwärtstrend aus dem Lautern-Spiel fortgesetzt haben und insgesamt wacher waren."

Diesen Trend zu bestätigen, wird freilich schwer, denn gegen Aufstiegskandidat Leipzig am 11. April fehlen die gelbgesperrten Kerem Demirbay und Lukas Schmitz. Demirbay erklärte: "Es gibt Schlimmeres, als vor Leipzig die fünfte Gelbe Karten zu sehen. Wichtiger ist mir, gegen unsere direkte Konkurrenz dabei zu sein." Ein bisschen zu viel der Ehrlichkeit, denn so mancher witterte da Absicht. Doch bei aller Skepsis: In einem solchen Fall hätte der Düsseldorfer sich in einer so wichtigen Partie kaum bereits vor der Pause Gelb "abgeholt".

Quelle: RP
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