| 18.27 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Funkel will gegen seinen FCK endlich wieder punkten

Fotos: Funkel als Fortuna-Coach vorgestellt
Fotos: Funkel als Fortuna-Coach vorgestellt FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Friedhelm Funkel ist nun der Hoffnungsträger bei Fortuna Düsseldorf. Der neue Coach des Zweitligisten feiert ausgerechnet gegen den 1. FC Kaiserslautern sein Debüt an der Seitenlinie – Funkels Bilanz lässt allerdings nicht hoffen.  Von Christoffer Kleindienst

Es gibt Stationen im Laufe einer Fußballerkarriere, an die man sich gerne erinnert. Bei Funkel ist das sicherlich der KSC Uerdingen, für den er 456 Pflichtspiele bestritt. Allerdings hatte der Mann mit dem Vollbart, der im offensiven Mittelfeld für Unruhe in den gegnerischen Reihen sorgte, im Gegensatz zu Abertausenden Kollegen Glück: Eine berufliche Fehlentscheidung ist in seiner Vita nicht zu sehen. Selbst sein Wechsel nach Kaiserslautern, 1980 wechselte er für aufsehenerregende 700.000 Mark zu den Pfälzern, war kein Flop. 72 nationale Spiele absolvierte er dort, lange Zeit vor einem Michael Ballack etablierte er den torgefährlichen offensiven Mittelfeldspieler: 26 Tore standen am Ende auf seinem Konto. Als seine Dienste in der Saison 82/83 immer seltener in Anspruch genommen wurden, wechselte er einfach prompt wieder zurück nach Krefeld. Eine beeindruckende Spielerkarriere war damit gesichert.

Als Trainer durchlief der mittlerweile 62-Jährige hingegen zahlreiche Stationen, große Erfolge blieben ihm verwehrt – Funkel etablierte sich als der Coach für Aufstiege. Gleich fünf Mal schaffte er den Coup, fünf Abstiege in seiner Karriere zeigen allerdings auch das Dilemma in seiner langjährigen Karriere auf. Ein weiterer soll unbedingt vermieden werden, einfach wird das bei seinem Engagement bei der Fortuna allerdings nicht. Rund elf Punkte sollte Funkel mit dem Team sammeln, um immerhin in die Relegation zu kommen. Acht Spiele bleiben ihm dafür, den Anfang muss er ausgerechnet gegen Kaiserslautern machen. 

Nicht nur die Vergangenheit als Aktiver holt ihn am Samstag beim Spiel in der Arena ein (13 Uhr, Live-Ticker). Auch der Trainer Funkel hat so seine Erfahrung mit den Pfälzern gemacht - passend zu seiner Karriere abseits des Platzes aber eher durchwachsen. 20 Mal traf er mit seinen Teams auf Kaiserslautern, lediglich vier Siege sprangen dabei heraus. Fünf Remis und elf Niederlagen sprechen eine deutliche Sprache, 20 geschossenen Toren stehen fast doppelt so viele Gegentreffer zu Buche (38). 

Immerhin: Duelle in der jüngeren Vergangenheit waren zwar nicht erfolgreich, aber auch selten. Lediglich zwei Partien fanden seit 2006 statt, Funkel verlor in der Saison 13/14 zwei Mal mit 1860 München (0:3, 0:1) – in den zehn Partien zuvor hatte der Coach seine vier FCK-Erfolge verbucht. Davor gab es für Funkel entsprechend wenig zu holen, allerdings feierten die Pfälzer in den 90ern auch ihre letzten beiden Meisterschaften. 

Diese Qualität hat das Team von heute nicht mehr, die Fortuna kann und will aber auch nicht über das Spielerische punkten. "Die Leidenschaft steht für mich an allererster Stelle. Ich habe viel Fortuna im Fernsehen gesehen und mir ist aufgefallen, dass die Mannschaft Rückschläge nicht verkraften kann. Das darf nicht sein. Jeder darf Fehler bei mir machen", sagte Funkel schon bei seiner Vorstellung. Überraschungen in der Startelf am Samstag sind also nicht auszuschließen: Ein Comeback könnte unter anderem Adam Bodzek, der unter dem ehemaligen Trainer Marco Kurz nur ein Mal überhaupt im Kader stand, feiern. Er steht wie wenige andere im Fortuna-Kader für Kampf und Einsatz.

"Ich habe natürlich 13 oder 14 Spieler im Kopf, die am Samstag anfangen können. Adam spielt auf jeden Fall eine Rolle in meinem Kopf", sagt Funkel. Passenderweise wartet Bodzek mit einer deutlich besseren Bilanz gegen den FCK als sein Coach auf: Sieben Mal traf er auf die Pfälzer, nur eine Niederlage musste er hinnehmen. Und eines seiner 19 Karrieretore schoss er dabei auch noch.

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