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Fortuna Düsseldorf
Halloran steigt in den Flieger nach Brasilien

Fortuna Düsseldorf: Halloran steigt in den Flieger nach Brasilien
Ben Halloran ist nur noch einen Schritt von der WM-Teilnahme entfernt. FOTO: rpo, Falk Janning
Fortuna-Flügelstürmer Ben Halloran fliegt mit der australischen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Brasilien – die endgültige Teilnahme bedeutet das aber noch nicht. Am Montag feierte der 21-Jährige beim 1:1 gegen Südafrika sein Länderspieldebüt für die "Socceroos" und machte dabei einen ordentlichen Eindruck. Von Falk Janning

Sicher sein kann sich Halloran aber erst in der kommenden Woche, ob er das Turnier im Land des fünfmaligen Weltmeisters bestreiten darf. Am Mittwoch fliegt die Auswahl aus Down Under schon ins Teamhotel im brasilianischen Vitoria.

Einen Tag vor der Abreise strich "Socceroos"-Coach Ange Postecoglou zunächst Verteidiger Curtis Good sowie die Mittelfeldspieler Adam Sarota und Josh Brillante aus dem vorläufigen Kader. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, betonte Postecoglou, sich aber aus Fitnessgründen gegen das Trio entschieden.

Am Montag, 2. Juni, benennt er dann wie auch Bundestrainer Joachim Löw seinen endgültigen 23er-Kader für die Weltmeisterschaft. Der WM-Test vor mehr als 50.000 Fans im ANZ Stadium von Sydney verlief für die Australier gegen eine stark ersatzgeschwächte "Bafana Bafana"-Elf eher enttäuschend. Sorgen machte vor allem die Abwehr. Der Angriff mit Tommy Oar, Tim Cahill, Dortmunds Mathew Leckie und später Ben Halloran zeigte dagegen eine ansprechende Leistung und sorgte ständig für Torgefahr.

Saison 13/14: So sind die Fortunen benotet worden FOTO: rpo, Falk Janning

Debütant Halloran kam nach knapp einer Stunde für den Torschützen und Kapitän Tim Cahill in die Mannschaft. Er hatte starke Szenen auf der rechten Seite und bewies, dass er im "Aussie"-Angriff eine gute Alternative sein kann. Beinahe wäre ihm der 2:1-Siegtreffer geglückt, doch nach einem langen Sprint brachte er in der 80. Minute nicht genug Druck und Präzision hinter einen Flachschuss.

Halloran, der im Sommer 2013 von Brisbane Roar zur Fortuna wechselte, gehört derzeit mit Mitchell Langerak (Borussia Dortmund) und Leckie (FSV Frankfurt) zu drei Spielern im 27er-Kader, die in Deutschland arbeiten. Er ist nach einer starken Rückrunde bei Fortuna im allerletzten Augenblick wieder ins Blickfeld des Trainers gerückt. Im März war er bereits zum Länderspiel gegen Ecuador eingeladen worden, hatte jedoch verletzungsbedingt absagen müssen.

"Schnelligkeit ist ein Vorzug"

Hallorans Traum-Lupfer gegen Aue FOTO: rpo, Falk Janning

Halloran glaubt, dass er mit seinen Fähigkeiten genau in das Anforderungsprofil der "Socceroos" passt und eine wichtige Rolle in Postecoglous Pläne für die Vorrunden-Spiele gegen Spanien, die Niederlande und Chile spielen könnte. Sein Selbstvertrauen ist nach seinen zuletzt guten Auftritten im Fortuna-Dress und seinen sechs Treffern in der Zweitliga-Rückrunde riesengroß. "Schnelligkeit zu haben, ist ein Vorzug", sagt er. "Ich glaube, ich kann dem Team mit meinen Fähigkeiten helfen. Wenn du gute Spieler wie Josh Kennedy und Tim Cahill im Strafraum hast und ich kann dahinter kreuzen, dann sind wir gefährlich."

Er habe "lange Zeit wirklich nicht viel über die Weltmeisterschaft nachgedacht", sagt Halloran. "Aber durch meine gute Form in der Rückrunde wurde mir immer klarer, dass ich eine durchaus realistische Möglichkeit habe." Er habe das Thema aber auch deshalb lange nicht an sich herangelassen, weil es ihn emotional sehr angestrengt und von seinen Aufgaben bei Fortuna abgelenkt hätte.

Verfrühtes Geburtstagsgeschenk?

Angst hat Halloran davor, jetzt noch kurz vor dem Ziel eine Absage zu bekommen. "Es ist derzeit sehr aufregend, ein Stück von all dem zu sein. Wenn ich nun aber an der letzten Hürde scheitere und aussortiert werde, dann wäre das verheerend. Ich werde im Training weiter hart arbeiten und hoffe, dass ich das Ticket bekomme. Im Moment ist es aufregend, hart zu arbeiten und den Fokus nur auf den nächsten Tag zu haben."

Das Trainingsprogramm von Nationalcoach Postecoglou ist nach Hallorans Aussagen bei schwülem Wetter und nach der langen Saison mörderisch. "Aber das hält uns alle in einer guten Form. In Brasilien wollen wir ein System spielen, das auf Ballbesitz basiert. Das ist das, was wir im Moment trainieren."

Halloran feiert am 14. Juni seinen 22. Geburtstag. Sein größtes Geschenk könnte ihm am Abend zuvor der Trainer machen, wenn er ihn für das erste Turnierspiel der Australier gegen Chile berücksichtigt.

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