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Fortuna Düsseldorf
Hermann ist auch Samstag Cheftrainer

Bilder: Voller Einsatz von Fortuna-Coach Hermann
Bilder: Voller Einsatz von Fortuna-Coach Hermann FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Die beiden Siege in Frankfurt und gegen Braunschweig haben den Druck aus dem Kessel genommen. Alles deutet darauf hin, dass der Zweitligist den neuen Trainer erst in der Winterpause präsentiert. Von Thomas Schulze

Als Peter Hermann am Mittwoch nach dem Training der Fortuna aus der Kabine kommt, wird gefrotzelt und gefragt: "Cheftrainer wider Willen – und das jetzt doch bis zur Winterpause?" Der 63-Jährige mit dem schelmischen Grinsen antwortet nur kurz: "Wer weiß schon, was bis Weihnachten ist."

Trainer denken von Spiel zu Spiel, Peter Hermann von Tag zu Tag. Eigentlich wollte er nach der Beurlaubung von Frank Kramer höchstens für ein Spiel als Interimstrainer fungieren. Doch nach dem Sieg in Frankfurt (2:1) wurde er vom Verein dringend gebeten, diese Rolle auch noch gegen Braunschweig (1:0) auszuüben, weil sich die Gespräche und Verhandlungen mit möglichen Cheftrainern schwierig gestalten.

Zwei Fragen drängen sich auf: Was macht Hermann anders als Kramer? Und warum will Hermann kein Cheftrainer sein? Letztere Frage ist leicht zu beantworten. Peter Hermann, der seit 26 Jahren als Co-Trainer arbeitet und an der Seite von Jupp Heynckes mit Bayern München das Triple gewann, ist trotz aller Erfolge geerdet und bodenständig geblieben. Er liebt die Arbeit auf dem Trainingsplatz, doch kann er mit der Glitzerwelt des Stars wenig anfangen. Entsprechend fremdelt er mit dem Hype um den Fußball. Er spricht gerne stundenlang über Fußball, aber möglichst nur in kleinem Kreis. "Jeden Tag in der Zeitung oder vor Kameras stehen - das ist nicht mein Ding", sagt er.

Hermann arbeitet seit Sommer mit der Mannschaft, die unter Kramer weit hinter den Erwartungen zurück blieb und unter seiner Führung jetzt beide Spiele gewann. Dabei zeigte Fortuna gegen Braunschweig jene Leidenschaft, die die Zuschauer so lange vermisst hatten und die sie jetzt umso mehr erfreute. "Da kann man sehen, was möglich ist, wenn alle kämpfen und an einem Strang ziehen", sagt Hermann. Unter dem Fußballlehrer Kramer waren es eben nicht alle - viele fanden richtig und klug, was er sagt, anderen war es zu viel, sie konnten es nicht mehr hören.

Hermann arbeitet mit den Spielern auf dem Platz, vor allem aber vertraut er ihnen. "Ich hatte kein Problem damit, Bodzek oder Strohdiek zu bringen", sagt er nach dem Platzverweis von Kapitän Karim Haggui und dem Ausscheiden von Alexander Madlung (Kopfschmerzen). "Ich wusste, dass sie ihren Mann stehen."

Die Spieler danken es dem Interimstrainer mit Einsatzfreude. "Ich spüre mehr Vertrauen beim Peter", sagt Ihlas Bebou, der jetzt zweimal von Beginn an auflaufen durfte. Nüchtern wie Hermann äußert sich auch Oliver Fink: "Wenn wir jetzt noch zwei Mal gewinnen sollten, haben wir das Maximale rausgeholt und gehen beruhigt in die Winterpause - und haben trotzdem zu wenige Punkte."

Quelle: RP
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