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Fortuna Düsseldorf
Fortuna statt Sabbatjahr

Jörg Eicker: Fortuna Düsseldorf statt Sabbatjahr
Fortunas Aufsichtsrat-Vorsitzender Reinhold Ernst, Finanz-Vorstand Jörg Eicker und Vorstandschef Robert Schäfer (v.l.). besuchten das Team. FOTO: Christof Wolff
Düsseldorf. Der neue Finanzvorstand Jörg Eicker macht seinen Antrittsbesuch im Trainingslager. Er möchte sein Knowhow beim Düsseldorfer Fußball-Zweitligisten einbringen und Vorbild sein. Von Bernd Jolitz, Maria Alm

Ein ehrenamtlicher Finanzvorstand? Manch einer im Fortuna-Umfeld war schon überrascht, als in der Nachfolge des langjährigen hauptamtlichen Finanzchefs Paul Jäger nicht wieder jemand präsentiert wurde, der sich mit der Pflege der wirtschaftlichen Belange des Zweitligaklubs auch seine Brötchen verdient. Jörg Eicker wollte aber genau das nicht. "Mir war es wichtig, meine Unabhängigkeit und Neutralität zu haben", sagt der 52-Jährige, der vor wenigen Tagen sein Amt angetreten hat. "Fortuna stellt mir ein Büro mit PC und ein Auto, sonst nichts."

Eicker ist auch nicht auf materielle Zuwendungen angewiesen. Bei seinem bewusst locker gehaltenen Antrittsbesuch im Trainingslager in Maria Alm berichtet er, dass er dank seiner früheren Tätigkeiten "eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit" erlangt habe. "Ende des vergangenen Jahres habe ich meine Beschäftigung als Finanzvorstand beim IT-Leasing-Unternehmen Grenke aufgegeben und wollte ein Sabbatjahr machen. Wegen Fortuna sind dann nur sechs Monate daraus geworden." Ein paar Tassen Kaffee habe er mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhold Ernst getrunken, den er durch frühere berufliche Verbindungen kannte, gute Gespräche geführt - und sich dann entschieden, die Herausforderung Fußball anzunehmen.

Eine Rolle in seinem Leben spielt Fortuna aber schon wesentlich länger. "Allerdings nur als Fan, der im Oberrang leidenschaftlich mitgeht." Als Schüler, so ergänzt er, hatte es für eine gekaufte Karte dagegen nur selten gereicht: "Und so ging ich dann im alten Rheinstadion wie so viele andere ins Schwimmbad und schaute mir die Spiele durch den Zaun unter der Anzeigetafel an." Und dann gab es da ja noch die alte Freundschaft zum ehemaligen Präsidenten und heutigen DFB-Vize Peter Frymuth. "Wir kennen uns schon ewig aus unserer jeweiligen Arbeit für die katholische Jugend. Auch das hat mir die Entscheidung für Fortuna erleichtert."

So wie früher bei der Jugendarbeit erhofft sich Eicker auch durch sein Ehrenamt im Fußball eine gewisse Vorbildfunktion. "Wir haben in Deutschland eine ausgeprägte Vereinskultur, die gepflegt werden will. Da möchte ich dem einen oder anderen sagen: Man muss nicht alles für Geld machen." Inhaltlich gehe es ihm vor allem darum, sein Knowhow aus mehreren Jobs in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen "positiv einzubringen". Ehefrau Anja unterstütze ihn dabei, "auch wenn ich ihr erst einmal kritisch vorrechnen musste, dass wir uns so eine ehrenamtliche Aufgabe überhaupt leisten können". Denn eine neue berufliche Aufgabe hat Eicker wegen Fortuna erst einmal aufgeschoben: "Der Aufsichtsrat hat mich für drei Jahre bestellt, das bringt Verantwortung mit sich. Ich mache erst jetzt erst einmal diese Saison auf diese Weise, mit Hin- und Rückrunde. Wenn Fortuna mich dann immer noch will, geht es weiter."

Mit seinem Vorgänger Paul Jäger hat sich Eicker bereits ausgetauscht, die Atmosphäre dabei sei ausgezeichnet und sehr konstruktiv gewesen. Wie er überhaupt Fortuna auf einem guten Weg sieht. "Aber es gibt noch einiges zu tun", sagt der Finanzvorstand. "Wir können auf ganz toller, solider Arbeit aufbauen. Aber so gern ich die rheinische Rivalität pflege und mit ganzem Herzen Düsseldorfer bin - die Kölner haben uns da einiges vorgemacht."

Quelle: RP
 
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