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Fortuna Düsseldorf
Kapitän und Kilometerfresser

Das ist Oliver Fink
Das ist Oliver Fink FOTO: dpa, Daniel Karmann
Düsseldorf. Mit 34 Jahren ist Oliver Fink mittlerweile der älteste Spieler im Fortuna-Kader. Trotz alldem ist der neue Kapitän des Zweitligisten der laufstärkste Spieler im Aufgebot und ein wichtiger Ansprechpartner für die vielen Talente. Von Matthias Goergens

Oliver Fink könnte die Jüngeren im Fortuna-Kader vor einigen Fehltritten bewahren. Macht er wohl auch - meistens jedenfalls. Gerade wenn die Spieler des Zweitligisten im heute beginnenden Trainingslager in Maria Alm fast pausenlos miteinander zu tun haben. "Da gibt es schon mal einen blöden Spruch, wenn einer zum dritten Mal ans Dessert-Buffet geht", sagt Fink. Als neuer Kapitän hat er da den ersten Zugriff, sieht aber auch seine Mannschaftsrat-Kollegen Adam Bodzek, Axel Bellinghausen und Michael Rensing in der Verantwortung. "Das ist ja nichts Neues für mich und ich werde nicht alleine vorneweg gehen. Da haben wir genug erfahrene Spieler, die alle das gleiche Ziel haben", sagt der mit 34 Jahren mittlerweile älteste Spieler im Team.

Man sieht es auch am leichten grauen Schimmer über den Schläfen: "Finki" ist im Herbst seiner Karriere angekommen und für die Fortuna wichtiger denn je. Trainer Friedhelm Funkel hatte ihn und Mittelfeldkollege Adam Bodzek bei seinem eigenen Amtsantritt in der vergangenen Saison aus der Versenkung des Kaders geholt, den älteren Akteuren das volle Vertrauen ausgesprochen und mit dem letztlich geschafften Klassenerhalt dafür den Lohn eingestrichen. Da ist es nur konsequent, diese Hierarchie mit der Berufung des Mannschaftsrates erneut klarzustellen, dem Kevin Akpoguma als "Vertreter der jüngeren Spieler" angehört.

Dass Fink der Älteste ist, ficht ihn nicht groß an, sagt er: "Bis auf die grauen Haare, die beständig mehr werden, ändert sich ja nichts." Dass nur die jüngeren Profis Dynamik und Athletik ins Spiel einbringen, sei ohnehin ein Märchen. "Auch bei uns sind Hunger und Ehrgeiz auf Erfolg da. Wenn ich sehe, wie ein Axel Bellinghausen an vorderster Front marschiert, kann sich jeder davon eine Scheibe abschneiden", betont er. Und wenn er beim ersten Fitnesstest der Saison gesund gewesen wäre, hätte er das mit seiner legendären Laufleistung sicher unter Beweis gestellt.

Zum Start jeder Vorbereitung verblüffte Fink beim Laktattest regelmäßig damit, dass er deutlich mehr und länger auf der Bahn unterwegs war als seine Mannschaftskollegen. Weil er wegen der Folgen eines Magen-Darm-Infektes passen musste, konnte Anderson Lucoqui zum Auftakt mit einer ausgiebigen Laufleistung aufwarten. Ein 18-Jähriger, der in Finks Fußstapfen tritt? Das ist ganz im Sinne des "grauen" Leitwolfs: "Ja, da bin ich doch froh, dass endlich einer gekommen ist, der mich abgelöst hat. Es ist ja auch Sinn und Zweck, dass man ausbelastet, und Andi hat ein Talent für sowas." Die eigene Fitness hat Fink ohnehin längst unter Beweis gestellt. Für Friedhelm Funkel müsste er das nicht einmal, dem Trainer ist das auch so klar: "Olli ist unser laufstärkster Spieler."

Das kommt nicht von ungefähr. Gerade die Vorbereitung auf eine Saison sei da besonders bedeutsam, sagt Routinier Fink. Die wievielte das für ihn jetzt ist? Weiß er nicht wirklich. In 15 Jahren müssen es rund 30 gewesen sein, rechnet der 34-Jährige spontan vor. Mehr als die Hälfte davon hat er inzwischen mit der Fortuna absolviert, für die er seit 2009 spielt. Jüngst wurde sein Vertrag bis 2018 verlängert - Fink entschied sich für Düsseldorf, obwohl er sogar ein Angebot für die Zweitvertretung des FC Bayern München vorliegen hatte. "Das stimmt. Aber ich bin sehr froh, wie es gelaufen ist. Ich freue mich, dass ich noch zwei Jahre hier sein darf."

Das Vertrauen möchte der gebürtige Hirschauer entsprechend zurückgeben und hat längst auf Vorbereitungsmodus geschaltet. Wie schon so viele Male in seiner Karriere: "Die meiste Zeit geht es um trainieren, schlafen und essen, das wird sich in Zukunft nicht ändern." Und was die Lehren aus den eigenen Fehltritten angeht, vor denen er die Jüngeren im Kader bewahren könnte, sei er "schon sensibler geworden, was Fastfood, Alkohol, Zucker und Kaffee angeht". Es würde wohl keiner da sitzen und besserwissend den Finger heben. Aber wenn in den nächsten Tagen ein Teamkollege das Dessert-Buffet im Mannschaftshotel von Maria Alm plündert, dann gibt es eben doch mal einen blöden Spruch.

Quelle: RP
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