| 17.41 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Eine Aktion, drei Verlierer

Twitter-Reaktionen: "Zwischen Kö-Bummel und Lunch rasch noch ein Spiel pfeifen"
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Meinung | Düsseldorf. Wer zum Bewerbungsgespräch in kurzen Hosen geht, hat schlechte Karten. Wer Gartenarbeit in Angriff nimmt, zieht zuvor nicht den Anzug und die Krawatte an. Ob wir es gut finden oder nicht, es gibt so etwas wie eine Kleiderordnung – selbst beim Fußball, wo das Ausziehen des Trikots zwecks Torjubel mit einer Gelben Karte geahndet wird. Von Thomas Schulze

Kerem Demirbay hat sich nach dem verbalen Foul, für das er um Verzeihung gebeten hat und vom Verband und Verein bestraft worden ist, nun einen weiteren Schnitzer geleistet: das Spiel im Mädchenfußball im schicken Mantel zu leiten war ein Fehler – für diejenigen, die auf das Äußere wenig Wert legen, ein lässlicher; für diejenigen, die es als Ausdruck der Geringschätzung des Frauenfußballs deuten, ein ziemlich schwerer.

Vor allem aber war es ein Fehler, der leicht hätte vermieden werden können. Erstens von Demirbay, indem er den Sportplatz nicht mit dem Laufsteg verwechselt hätte. Dann von seinen Beratern bei der Hamburger Agentur EMG Mundial, die sich die "Rundum-Betreuung" der Spieler auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Und natürlich von der Fortuna, die sich einmal mehr fürchterlich amateurhaft präsentiert hat. Der Verein setzte mit der Aktion zunächst ein viel beachtetes Zeichen, wollte dann Wirbel vermeiden und hielt das Spiel geheim. Anschließend veröffentlichte der Klub die Fotos. Niemand hat sich was dabei gedacht. Das ist ja das Fatale.

User-Reaktionen: "Demirbay zeigt mehr Anstand als so manch' anderer "Held" seiner Zunft"
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