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Fortuna Düsseldorf
Demirbay entschuldigt sich persönlich bei Steinhaus

Kerem Demirbay entschuldigt sich bei Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus
Kerem Demirbay droht eine längere Sperre. FOTO: dpa, mb lof
Düsseldorf. Der 22-jährige Kerem Demirbay war mit zwei Treffern der Matchwinner der Düsseldorfer bei ihrem 2:1-Sieg beim FSV Frankfurt. Dann sah er die Gelb-Rote Karte - und womöglich droht sogar eine längere Sperre. Von Bernd Jolitz

Solch gewaltige Pegelausschläge dürfte Kerem Demirbay wohl noch in keiner anderen Woche seines jungen Lebens mitgemacht haben. Am Montag beurlaubte sein Arbeitgeber Fortuna Cheftrainer Frank Kramer - jenen Coach, mit dem sich Demirbay so hervorragend verstanden und den er immer wieder gegen Kritik von außen verteidigt hatte. Die Leihgabe des Bundesligisten Hamburger SV litt sichtlich unter der Maßnahme des Vereins, brachte sich aber durch intensives Arbeiten mit Interimscoach Peter Hermann wieder in Wettkampfverfassung.

Demirbay beleidigt Schiedsrichterin und sieht Gelb-Rot FOTO: Imago

Der Erfolg war im Spiel beim FSV Frankfurt deutlich abzulesen. Zwar leistete sich Demirbay einige Schnitzer, unter anderem einen haarsträubenden Ballverlust am eigenen Strafraum, nach dem nur eine Glanztat Michael Rensings ein Gegentor verhinderte. All das machte der 22-Jährige aber mit starker Laufarbeit und spielerischen Glanzlichtern wett, krönte seine Leistung mit zwei Treffern zur 2:0-Führung.

Das war es freilich noch nicht in Sachen Pegelausschläge. In der 85. Minute stürmte der gebürtige Hertener wie ein Irrwisch auf den Frankfurter Lukas Gugganig zu, der zuvor Sercan Sararer böse gefoult hatte, und inszenierte damit eine Rudelbildung. Der Haken an der Episode: Kurz zuvor hatte Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus dem bereits verwarnten Demirbay unmissverständlich die letzte Ermahnung gegeben. Die 36-Jährige zeigte Fortunas Regisseur Gelb-Rot, so dass er am 7. Dezember gegen Braunschweig fehlen wird.

"So etwas darf mir auf gar keinen Fall passieren", sagte Demirbay kurz darauf. "Ich bin eigentlich ein cleverer Spieler, aber da haben mich meine Emotionen eingeholt. Es tut mir leid für die Mannschaft, dass ich sie in den letzten Minuten im Stich gelassen habe." Noch mehr leid darf es ihm tun, dass die Kollegen im anstehenden schweren Heimspiel nicht auf ihn zählen dürfen. "Es ist schade, dass ich draußen bin", ergänzte Demirbay zerknirscht. "Ich verspreche, dass ich mich im Training umso mehr reinhängen werde. Ich werde die Jungs so vorbereiten helfen, als wäre ich selbst dabei."

Das ist Kerem Demirbay FOTO: dpa, mjh fpt

"Entspricht nicht meinem Frauenbild"

Das erwartet Hermann allerdings auch von seinem Mittelfeld-Chef. "Das darf Kerem nie passieren", betonte der Interimstrainer. "Trotz seiner erst 22 Jahre ist er schon ein erfahrener Spieler. Wenn man Gelb gesehen hat, muss man wegbleiben. Er ist unser Matchwinner in Frankfurt, und jetzt fehlt er. Darüber müssen wir noch sprechen." Ergebnis der Besprechung: eine Geldstrafe.

 

Mir tut es extrem leid, was ich zu Frau Steinhaus gesagt habe. Diesen Satz hätte ich niemals sagen dürfen, denn es entspricht auch nicht meinem Frauenbild. Ich war am Sonntag sehr emotional, weil das Spiel super wichtig für uns als Mannschaft war. Ich habe überreagiert und hatte meine Emotionen in diesem Kampfspiel einfach nicht im Griff. Es tut mir wirklich sehr leid. Ich habe direkt nach dem Spiel als ich meine Emotionen wieder im Griff hatte gesagt, das ich mich bei der Schiedsrichterin und der Mannschaft entschuldigen muss. Das habe ich gemacht: Ich habe mich gestern persönlich bei Frau Steinhaus entschuldigt und bin sehr froh das sie meine Entschuldigung akzeptiert und angenommen hat. Euer Kerem

Ein von Kerem Demirbay (@kerem_demirbay) gepostetes Foto am

Demirbays Schuldbewusstsein war bereits kurz nach seinem Ausraster groß. "Meine Nerven haben verrückt gespielt", erklärte er. "Ich möchte mich bei meinem Team entschuldigen und auch bei der Frau Schiedsrichterin." Schaden konnte vor allem Zweiteres nicht, denn bei seinem Abgang hatte der Ex-Lauterer Bibiana Steinhaus mit ein paar Kommentaren bedacht, die selbst mit gutem Willen nicht als herzliche Grüße zum ersten Advent durchgingen. "Frauen haben im Fußball nichts verloren", sagte Demirbay der Schiedsrichterin, wie Fortuna unserer Redaktion bestätigte.

Jetzt ermittelt der DFB-Kontrollausschuss - möglich, dass die Sperre sich durch einen Zusatzbericht verlängert. "Mir tut es extrem leid, was ich zu Frau Steinhaus gesagt habe", schrieb Demirbay am Montagabend via Instagram. "Diesen Satz hätte ich niemals sagen dürfen, denn es entspricht auch nicht meinem Frauenbild. Ich bin sehr froh das sie meine Entschuldigung akzeptiert und angenommen hat."

Ob Fortuna nun auf dem richtigen Weg sei, wurde Demirbay nach dem Spiel gefragt. "Warten wir doch mal die nächsten drei Spiele ab", lautete seine Antwort. "Wenn wir darin ähnlich aufgetreten sind wie in Frankfurt und ordentlich gepunktet haben, dann dürfen Sie mich noch mal fragen, ob wir auf dem richtigen Weg sind."

Quelle: RP
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