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Fortuna Düsseldorf
Demirbays Tor am Muttertag

Düsseldorf. Kerem Demirbay ist Fortuna Düsseldorfs Lebensversicherung. Gegen Frankfurt erzielte der 22-Jährige sein achtes Saisontor, wieder ein entscheidendes. Routinier Oliver Fink leistete die exzellente Vorarbeit. Von Thomas Schulze und Jan Dobrick

Beim Blick auf die Aufstellung rümpften einige die Nase. Fortunas Trainer Friedhelm Funkel bot im entscheidenden Heimspiel gegen den FSV Frankfurt keinen echten Stürmer auf. Das lag natürlich daran, dass Joel Pohjanpalo gesperrt und Nikola Djurdjic verletzt war, aber auch daran, dass er den Nachwuchsspielern Emmanuel Iyoha und Kemal Rüzgar im vorentscheidenden Spiel nicht die Last der Verantwortung aufbürden wollte. So spielte Kerem Demirbay in der Spitze, wobei er von Oliver Fink unterstützt wurde.

Funkel konnte mit seiner Entscheidung zufrieden sein, denn die beiden sorgten nach 49 Minuten für die entscheidende Szene des Spiels, die Fink wie folgt beschrieb: "Axel spielt den Ball in den Raum, ich steck ihn durch, Kerem behält die Ruhe und macht ihn rein. Mit ihm kann man gut Fußball spielen."

Der Torschütze sah das ähnlich und gab das Kompliment zurück. "Vorne zu spielen, war nicht neu für mich. Ich habe mit Olli gut harmoniert. Er ist sehr erfahren. Ich wusste, dass er dem Gegenspieler den Ball durch die Beine schiebt", sagte Demirbay. "Ich bin froh, dass ich der Mannschaft, dem Verein und dem Umfeld helfen konnte, sie haben es verdient." In dem Moment kamen Djurdjic und Sercan Sararer dazu und umarmten den Torschützen herzlich. "Ich bin stolz auf dich", flüsterte Sararer ihm ins Ohr. Auch die Twitter-User waren begeistert: 

Schon im Hinspiel drehte sich alles um Demirbay 

Demirbay war gegen Frankfurt wieder der entscheidende Mann. Schon im Hinspiel hatte der starke Techniker sportlich geglänzt, denn er sorgte mit einem Doppelpack für den 2:1-Erfolg am Bornheimer Hang. Für seine Leistung beim ersten Auswärtssieg der Saison wurde Demirbay von unseren Lesern zum "Spieler des Spiels" gewählt.

In Erinnerung blieb die Partie aber nicht wegen der individuellen Klasse des gebürtigen Herteners, der seine Fußballkarriere in der Jugend des FC Schalke 04 begann, sondern wegen einer anderen Szene: "Frauen haben im Fußball nichts verloren." Dieser Satz kam Demirbay über die Lippen. Und er kam ihn teuer zu stehen.

Gesagt hatte er ihn zu Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, nachdem diese ihm völlig zu Recht die Gelb-rote Karte gezeigt hatte. Der Fortune kam schnell zur Besinnung, entschuldige sich mehrmals bei der Unparteiischen. "Ich hätte diesen Satz niemals sagen dürfen", schrieb die Leihgabe des Hamburger SV auf der Internet-Plattform Instagram und bei Facebook, "denn er entspricht auch nicht meinem Frauenbild."

Gegen Braunschweig fehlte Demirbay, der fünf Wochen gesperrt wurde, am darauffolgenden Spieltag. Am kommenden Sonntag fährt er natürlich mit nach Niedersachsen, und gibt sich nach dem Sieg zuversichtlich: "Ich bin überglücklich über dieses Tor – ein Stück weit Erleichterung ist schon da, aber wir haben noch ein wichtiges Spiel und wir müssen konstant diese Woche darauf hinarbeiten, in Braunschweig zu bestehen. Ich bin optimistisch, dass wir dort feiern werden."

Friedhelm Funkel lobt das Sturmduo 

Am Sonntag wollte er sich freuen, aber nicht feiern. "Ich fahre jetzt erst mal zu meiner Mama und nehme sie in den Arm, denn heute ist Muttertag. Und dann werden wir grillen und den Tag entspannt ausklingen lassen." Seine Mutter sowie weitere 17 Verwandte und Freunde waren im Stadion und sicher ebenfalls glücklich über das Tor und stolz auf den Schützen.

Friedhelm Funkel lobte derweil seine gesamte Mannschaft. "Man hat gesehen, dass jeder von der ersten Sekunde wach war und wusste, worum es ging", sagte der Trainer, der aber doch ein Sonderlob für sein Sturmduo parat hatte. "Olli und Kerem haben das da vorne hervorragend gemacht." Dabei war dem Fußballlehrer natürlich nicht entgangen, welch enormes Laufpensum Demirbay abgespult hatte, der ständig den Torhüter anlief. "Kerem war völlig platt, als ich ihn ausgewechselt habe." Aber eben auch glücklich.

Quelle: RP
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