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Fortuna Düsseldorf
Kramer: "Die Spieler wissen selbst, dass es nix war"

Fortuna Düsseldorf: Kramer: "Die Spieler wissen selbst, dass es nix war"
Trainer Frank Kramer mit skeptischem Blick. FOTO: Horstmüller
Düsseldorf. Nach der 0:3-Niederlage gegen den tschechischen Erstligisten FK Pribram fand Frank Kramer deutliche Worte. "Die Einstellung in der ersten Halbzeit stimmte nicht" sagte er. Am Donnerstagnachmittag ließ er jedoch das Training ausfallen.

Herr Kramer, sind Sie zum ersten Mal umgefallen?

Kramer Wie kommen Sie denn da drauf?

Weil Sie angekündigt hatten, dass es im Trainingslager keinen freien Tag gibt und das beste Teambuilding auf dem Platz stattfindet und nicht beim Klettern oder Wildwasserfahren.

Kramer Alles richtig, da bleibe ich auch bei.

Und wieso wurde die Trainingseinheit am Nachmittag gestrichen und es ging dann doch zum Wildwasserfahren?

Kramer Das entscheidende ist die Trainingssteuerung. Über die Bedingungen beim Spiel gegen Pribram reden wir nicht, sie waren nicht der Grund für die Niederlage. Wir haben gesagt, dass wir unsere Leistung nicht vom Wetter oder anderen Faktoren abhängig machen, dabei bleibt es auch. Aber was wir berücksichtigen müssen: der Boden war extrem tief, die Belastung dadurch extrem hoch. Nach dem Spiel mussten die Spieler die Kritik des Trainers einstecken, die gab es gratis obendrauf. Am Freitag steht das nächste Spiel gegen Dynamo Kiew an. Deshalb müssen wir da etwas steuern.

Müssen Sie den Druck aus dem Kessel nehmen?

Fortunen machen Rafting-Ausflug FOTO: Christof Wolff

Kramer Nein, der Druck ist da und der bleibt hoch. Aber wir müssen etwas den Fuß vom Gas nehmen. Unser Anspruch ist, dass wir das, was wir im Training machen, mit letzter Konsequenz machen. Und es wäre heute nicht sinnvoll gewesen, nach der Einheit am Vormittag noch eine Einheit am Nachmittag zu absolvieren. Das wäre mit hohem Tempo und großer Belastung nicht möglich gewesen, jedenfalls nicht so, wie wir das wollen. Also haben wir die Handbremse angezogen. Man darf nicht überreißen.

Apropos reißen. Emmanuel Iyoha hat einen Faserriss erlitten. Wie schlimm ist die Verletzung?

Kramer Ja, er ist quasi ein Opfer der Wasserschlacht geworden. Bei einem Sprint blieb der Ball in der Pfütze liegen, er hat abgebremst und sich dabei einen kleinen Riss in der Hüftbeuge zugezogen. So etwas dauert meist sieben bis zehn Tage. Das ist natürlich schade, aber das passiert.

Noch einmal zurück zum Wildwasserfahren: dient es doch dem Teambuilding?

Kramer Nein, das hat nichts mit Teambuilding zu tun. Da geht es für die Spieler einfach darum, ein paar Stunden Spaß zu haben. Sie sollen abschalten und den Kopf frei bekommen, damit wir dann konzentriert weiterarbeiten können. Und dann steht das nächste Spiel gegen Kiew an.

Was erwarten Sie von der Begegnung?

Kramer Das Spiel ist ein richtiger Gradmesser. Dynamo Kiew hat noch mehr Qualität als Pribram. Da wird uns alles abverlangt. Da muss man diszipliniert spielen, denn Kiew hat mehr als nur zwei, drei Spieler in seinen Reihen, die wir sofort nehmen würden. Der Gegner wird uns technisch und spielerisch überlegen sein. Da können wir nur mit Willen und Einsatz dagegen halten.

In diesem Bereich haperte es gegen Pribram aber nicht zum ersten Mal. Sie haben zum wiederholten Mal die Einstellung moniert, die fehlende Galligkeit.

Kramer Die Spieler wissen selbst, dass es nix war. Da müssen sie eben auch den ein oder anderen Lauf mehr im Training akzeptieren.

THOMAS SCHULZE FÜHRTE DAS GESPRÄCH IN MARIA ALM.

Quelle: RP
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