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Fortuna Düsseldorf
Kramer lobt den Teamgeist

Fortuna vor erstem Heimspiel
Düsseldorf. Die Startelf von Fortuna Düsseldorf im ersten Ligaspiel bei Union Berlin sorgte für Aufsehen. Dabei kam es gar nicht so sehr darauf an, wer von Beginn an auflaufen durfte, sondern vielmehr darauf, wer zum Saisonauftakt zum Zuschauen verdammt war. Von Christoffer Kleindienst

Alteingesessene Fortunen wie Adam Bodzek oder Axel Bellinghausen mussten unter Trainer Frank Kramer auf der Bank Platz nehmen, Oliver Fink war noch nicht einmal im Kader - dafür standen sechs Neue in der Startelf. Diese Entscheidung Kramers zeigte, dass es der Zweitligist mit dem Umbruch tatsächlich ernst meint. Die zahlreichen Spielertransfers in der Sommerpause, das neue Trainerteam und die Kapitänsentscheidung zugunsten des Neu-Fortunen Karim Haggui stellten die Weichen für die Neuausrichtung, die der Trainer mit der Aufstellung am ersten Spieltag eindrucksvoll umsetzte. Es könnte durchaus sein, dass dieser Trend morgen (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen den SC Paderborn bestätigt wird.

Nach der katastrophalen Rückrunde in der vergangenen Saison nehmen die Fans die drastischen personellen Maßnahmen ohne Murren hin. Schon vor dem Saisonstart herrschte im Fortuna-Umfeld Euphorie, nach dem zwar verdienten, aber aufgrund des späten Tores doch glücklichen 1:1 in Berlin scheint die Stimmung noch besser zu werden. Das Fazit aus der Kurve: Der neue Cheftrainer hat fast alles richtig gemacht.

Kramer ist allerdings clever genug, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Wenn Fortuna morgen erstmals in dieser Saison in der Esprit-Arena auflaufen wird, werden altbekannte Identifikationsfiguren fehlen. Andreas "Lumpi" Lambertz und Charlison Benschop haben den Verein verlassen, die Routiniers um Ex-Mannschaftsführer Bodzek konnten sich in der Zwischenzeit kaum empfehlen und werden wohl wieder zuschauen müssen. Kramer lobte Fink nach der Union-Partie deshalb auffällig überschwänglich. "Der einzige Grund, warum Olli in Berlin nicht im Kader stand, ist seine Verletzung in der Vorbereitung. Wir müssen ihn erst noch in die körperliche Verfassung bringen, die er für sein Spiel braucht. Er ist ein fantastischer Typ. Ein Supersportler, obendrein ausgesprochen geerdet und selbstkritisch. Das sind Eigenschaften, die ich außerordentlich schätze", sagte Kramer und machte den Fans damit Hoffnung auf eine Rückkehr des Sechsers.

Mit dem Prinzip "Jeder ist wichtig" beugt Kramer aber auch teaminternen Reibereien vor. Kein Profi soll Frust schieben. "Für alle Spieler ist die Tür offen", betonte Kramer, der die gute Stimmung im gesamten Team ausdrücklich hervorhebt. "Die ganze Mannschaft muss den Erfolg miterleben. Gegen Union hat sich das komplette Team über den Ausgleichstreffer gefreut. Das zeigt einfach, dass es intakt ist. Diese Mentalität müssen wir beibehalten. Das wäre das größte Faustpfand, das wir für diese Saison haben könnten", sagte Kramer.

Und so dürfen unter dem neuen Trainer alle Profis im Kader der Fortuna auf einen Startelf-Einsatz hoffen. Man müsse sich nur empfehlen, erklärte Kramer: "Die Stammspieler müssen es halt auch zulassen." Selbst die Besetzung der Torwartposition scheint für das Paderborn-Spiel nicht in Stein gemeißelt: "Wir haben diese Personalie schon geklärt. Michael Rensing wird gesetzt sein", sagte der 43-Jährige zwar, fügte dann aber hinzu: "Sofern er sich in den letzten beiden Trainingseinheiten vor Sonntag nicht zu viele Patzer leistet." Diese Aussage dürfte Rensings Konkurrent Lars Unnerstall motivieren.

Quelle: RP
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