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| 16.51 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Kramers Systemwechsel missglückt

Einzelkritik: Ya Konan enttäuscht, Defensive bemüht
Einzelkritik: Ya Konan enttäuscht, Defensive bemüht FOTO: Christof Wolff
Düsseldorf. Frank Kramer setzte im Spiel von Fortuna Düsseldorf gegen den 1. FC Heidenheim auf zwei zweikampfstarke Sechser, die in der Defensive für Stabilität sorgen sollten. Das taten sie auch – die Offensive litt aber darunter. Der Trainer steht jetzt vor einer schweren Entscheidung.  Von Christoffer Kleindienst

Das Geheimtraining, das die Fortuna nun immer vor den jeweiligen Spieltagen abhält, dient vor allen Dingen dem Überraschungsmoment vor der Partie. Kramer gibt ganz offen zu, dass er nicht alle Karten offen auf den Tisch legen will. Die Vorteile dieser Taktik wurden am 3. Spieltag offensichtlich: Wechsel waren nach dem durchwachsenen Pokalfight gegen Rot-Weiss Essen zwar nicht ausgeschlossen, der Systemwechsel dürfte allerdings selbst Heidenheim-Trainer Frank Schmidt überrascht haben. 

Adam Bodzek wurde von Kramer in die Startelf beordert, Joel Pohjanpalo musste für ihn weichen. Aus dem 4-4-2-System wurde ein 4-2-3-1 mit  zwei defensiven Sechsern. Der ehemalige Kapitän sollte mit Julian Koch für mehr Ruhe vor und in der Abwehr sorgen. Michael Liendl wurde vorgezogen und spielte auf der Zehn. 

Die drei Pflichtspiele zuvor hatten offenbar auch bei Kramer Spuren hinterlassen und Zweifel an der offensiven Ausrichtung des Teams aufkommen lassen. Die Fortuna spielte zwar gefällig nach vorne und spielte sich gegen Berlin, Paderborn und Essen immer wieder Chancen heraus. Allerdings fand das Team nie die richtige Balance, im eigenen Strafraum brannte es auch immer wieder lichterloh. "Unser Plan war es, lange genug zu Null zu spielen. Bis auf das Gegentor sah das auch gut aus", erklärte Karim Haggui nach der Partie in Heidenheim den Schlachtplan.

Die Defensive hielt sich bis auf zwei Stellungsfehler weitestgehend schadlos. In dieser Hinsicht ging der Plan Kramers auf. Aber gleichzeitig wurde deutlich, welche Vorteile die Düsseldorfer mit Liendl auf der Sechs besitzen. Der Österreicher versteht es wie kein anderer im Team das Umschaltspiel der Fortunen anzukurbeln. Bei einer Balleroberung kann er das Tempo erhöhen und somit gefährliche Konter einleiten. Gegen Heidenheim konnte das Team die Schnelligkeit der beiden Flügelspieler Mathis Bolly und Sercan Sararer fast nie zur Geltung bringen. Und so wirkte die Aussage Schmidts nach dem Spiel irgendwie deplatziert: "Die Fortuna war aus meiner Sicht immer gefährlich, vor allem auch bei Kontern."

Die Frage ist nun, welche Lehren Kramer aus dem Spiel zieht. "Wir haben die Riesenchance zum 1:0 – die müssen wir nutzen, dann wird es für uns einfacher", sagte Julian Schauerte und spricht damit den Balanceakt an, der der Fortuna bevorsteht. Das Spiel hätte auch mit ein wenig Glück zugunsten der Gäste ausgehen können. Der Unterhaltungswert tendierte allerdings gegen null, die Niederlage schmeckt somit umso bitterer. Kramer wird sich entscheiden müssen, welches System weniger Gefahren birgt. 

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