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Fortuna Düsseldorf
Madlung ist noch nicht der erhoffte Transfercoup

Fortuna Düsseldorf: Madlung ist noch nicht der erhoffte Transfercoup
Alexander Madlung könnte eine weitere Chance gegen den MSV Duisburg bekommen. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs möglicher Königstransfer Alexander Madlung konnte sich bisher nur wenig profilieren und noch gar nicht überzeugen. Nach der Länderspielpause dürfte für ihn eine weitere Bewährungschance anstehen.  Von Christoffer Kleindienst

Absolute Spitzenklasse in der 2. Bundesliga. Das müsste ein objektiver Betrachter in Hinblick auf das Personalgerüst der Fortuna in der Innenverteidigung eigentlich denken. Vor einigen Monaten hätten wohl auch noch die Fortuna-Fans zugestimmt, die jüngste Vergangenheit hat aber alle Optimisten brutal abgestraft. 

Der Bundesliga-erfahrene Christian Strohdiek weist zwar gute Zweikampfwerte auf, patzte aber gleich ein paar Mal kolossal. Adam Bodzek zeigte extrem schwankende Leistungen. Karim Haggui kommt in der Betrachtung noch am besten weg – wirklich schlimme Fehler unterliefen ihm nicht, gut war er aber auch nur ganz selten. Die größe Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung und Realität gab es aber bisher wohl bei Madlung zu verzeichnen.

Während der laufenden Saison wurde der prominente Innenverteidiger an den Rhein gelotst, im Sommer wollte er noch nicht zur Fortuna wechseln. Einen anderen Verein fand er allerdings nicht. Während er sich bei der zweiten Mannschaft von Eintracht Braunschweig fit hielt, änderte der ehemalige Nationalspieler seine Meinung. "Zunächst wollte er in der 1. Bundesliga bleiben. Das hatte sich dann geändert. Wir haben uns dann schlau gemacht und haben herausgefunden, dass er ein Mann mit Prinzipien ist. Zudem hat er Stärken in der Luft – da haben wir bei uns ein paar Schwächen gesehen. Und außerdem ist er erfahren. Darauf achten wir natürlich auch. Und es bleibt dabei: Wir brauchen eine Achse – vom Tor bis zum Sturm", erklärte Rachid Azzouzi auf der Jahreshauptversammlung des Vereins kurz nach Bekanntgabe des Transfers: "Ich denke, dass es ein guter Transfer von uns ist. Aber wir müssen natürlich abwarten."

Sechs Tage später stand Madlung in der Startelf. Im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg spielte fast die gesamte Mannschaft unterirdisch, Madlung bildete da keine Ausnahme. Das katastrophale Spiel zeigte aber auch auf, dass der Routinier noch längst nicht bei 100 Prozent war. Die Konsequenz: Kramer verzichtete in den kommenden Spielen vorerst auf ihn, vier Minuten Spielzeit in zwei Partien waren das Resultat. 

Nun könnte aber seine nächste Bewährungsprobe anstehen. Gegen den FC St. Pauli zeigte die komplette Defensive eine abenteuerlich schlechte Leistung, eine personelle Rotation für das wichtige Spiel gegen den MSV Duisburg wäre nur logisch. Außerdem hat Madlung während der Länderspielpause ein wenig Zeit, wieder den Rhythmus alter Tage zu finden. 

Als Bankdrücker wurde Madlung sicherlich nicht geholt. Irgendwann muss er in die Startelf voll integriert werden. Die kommenden Wochen, die für den angeschlagenen Trainer Kramer entscheidend werden, könnten der richtige Zeitpunkt sein.

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