| 20.11 Uhr

Fortuna Düsseldorf
"Die erste Halbzeit war gut, die zweite nicht mehr so"

1860 München - Fortuna: Bilder
1860 München - Fortuna: Bilder FOTO: dpa, shp jhe
München. Die Fortunen spielen bei 1860 München erstmals in dieser Saison so, als hätten sie kein Heimweh nach der Esprit-Arena. Das Team von Trainer Friedhelm Funkel gewinnt hochverdient mit 3:1 und stürzt die "Löwen" in eine Herbstdepression. Von Jan Dobrick

1860 München bietet derzeit nicht nur Chaos neben, sondern auch auf dem Platz. Fortuna Düsseldorf nutzte das am Sonntag hemmungslos für den ersten Auswärtssieg der Saison aus und sorgte schon nach wenigen Minuten für entsetzte "Ohhhhhs" bei den Fans der Gastgeber. Rouwen Hennings traf in der sechsten Minuten zur Führung. Das war der Auftakt zu einer unterhaltsamen ersten Halbzeit.

 

Als Mittelfeldspieler Marcel Sobottka in der 35. Minute das 3:0 herausschoss, flüchteten die ersten Münchner Anhänger Hals über Kopf aus dem Stadion. Und die Gästetribüne feierte ihre Elf. "Wir holen heute den Auswärtssieg und nächstes Jahr die Champions League", schrieben überschwängliche Fortuna-Fans bei Twitter. Eine Anspielung auf 1860-Investor Hasan Ismaik, der sich mit den Münchnern extrem viel vorgenommen hat, aber bisher nichts davon umsetzen kann.

Die Fortuna überrumpelte unsichere Gastgeber. Hennings, Ihlas Bebou und Co. hinterließen einige schwindelig gespielte Münchner. Nach 24 Minuten wusste sich Karim Matmour nicht anders zu helfen, als Robin Bormuth im Strafraum zu foulen. Bebou schnappte sich die Kugel und jagte sie ins Tor. "Ich war mir sicher, dass ich den Elfmeter verwandeln würde. Und das zweite Tor war wichtig, es hat unser Selbstvertrauen weiter gestärkt", sagte der Flügelspieler, der auch in der Defensive ein, zwei gute Aktionen hatte.

"Wir haben nicht überragend gespielt, sondern durchschnittlich"

Sobottka krönte einen starken ersten Durchgang. "Wir haben die Fehler der 'Löwen' ausgenutzt und die Dinger reingemacht. Wir hatten uns das genau so vorgenommen, denn wir wussten, dass sie in einer schwierigen Situation sind", betonte der Mittelfeldmann, der schon sein viertes Saisontor erzielte. Allerdings übte der 22-Jährige auch Kritik: "Die erste Halbzeit war gut, die zweite nicht mehr so. Wir haben nicht überragend gespielt, sondern durchschnittlich."

Die Sechziger fingen auf einmal an zu kämpfen. Und die Fortuna, die reagierte nur noch. "In der zweiten Halbzeit haben wir nachgelassen, daraus werden wir lernen. Wir befinden uns in einem Lernprozess, aber es ist ein schönes Gefühl. Es war ein wichtiger Sieg für uns", sagte der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer, der vor der Begegnung betont hatte, schon mit einem Unentschieden leben zu können.

Dass es bei dem Sieg blieb, war vor allem der starken Innenverteidigung um Kevin Akpoguma und Bormuth zu verdanken. Auch Torhüter Michael Rensing bestätigte seine überragende Form. Akpoguma sah nach 80 Minuten für einen Rempler im Strafraum gegen Stefan Mugosa die Ampelkarte – eine harte Entscheidung des Unparteiischen Lasse Koslowski. Ex-Fortune Michael Liendl verwandelte den fälligen Elfmeter. Doch das war nur noch Ergebniskosmetik.

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