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Fortuna Düsseldorf
Marco Kurz zieht die Zügel an

Kurz muss beim Training auf Pohjanpalo verzichten
Kurz muss beim Training auf Pohjanpalo verzichten FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortunas neuer Trainer nimmt seine Truppe am ersten richtigen Trainingstag hart ran. Der 46-Jährige lässt in Gruppen arbeiten, gibt viele Anweisungen und freut sich, wieder auf dem Platz zu stehen. Von Bernd Jolitz

Die Stimmung auf dem Trainingsplatz neben der Arena ist ausgezeichnet. Kein Wunder, hat doch das Wetter rechtzeitig zur ersten richtigen Übungseinheit unter Marco Kurz ein Einsehen. Mussten sich Fortunas neuer Trainer und seine Schützlinge beim leichten Aufgalopp am Donnerstag noch mit Sturmböen und einem Wolkenbruch herumschlagen, strahlte gestern die Sonne auf Stockum hernieder. Das erste Fazit des 46-Jährigen nach mehr als zwei Stunden Trainingsarbeit kommt daher doppelt glaubwürdig herüber: "Es fühlt sich richtig gut an, wieder auf dem Platz zu stehen."

Mehr als 27 Monate lang hatte Kurz auf dieses Gefühl verzichten müssen. Dass er nun endlich wieder als Cheftrainer arbeiten darf, setzt jede Menge Energie frei. Nachdem er den Kader in zwei Gruppen aufgeteilt hat, kümmert sich Kurz intensiv um seine acht Abwehrspieler, während Assistent Peter Hermann mit den Offensivkräften Flanken und Torabschlüsse trainieren lässt. Kurz lässt zwei Viererketten immer wieder gegeneinander anlaufen, unterbricht oft, erklärt viel. "Es geht mir dabei um Absicherung", erläutert er hinterher, "um das richtige Verschieben und gegenseitige Unterstützung, wenn Angriffe über außen kommen. Da haben wir noch ein bisschen Luft nach oben."

Fortuna trainiert bei strahlendem Sonnenschein FOTO: Falk Janning

Das Lächeln, mit dem er diese Kritik begleitet, nimmt den Worten die Schärfe, nicht aber die Deutlichkeit. Kurz weiß, was er will, und er scheut sich nicht, das auch auszusprechen. Interessant ist zudem, was sich der Chefcoach unter Trainingsintensität vorstellt. "Hart? Ich weiß nicht, ob das heute hart war", sagt er - erneut lächelnd - auf die entsprechende Anmerkung eines Beobachters. Immerhin hatte er seine Truppe bis zu diesem Zeitpunkt 90 Minuten auf dem Rasen schuften lassen - und das, nachdem Athletiktrainer Florian Klausner sie zuvor in der benachbarten Leichtathletikhalle bereits 45 Minuten lang durch ein Kraftzirkeltraining gescheucht hatte.

"Wir müssen die Vorbereitung nutzen, die Mannschaft in Sachen Fitness zu schulen", erklärt Kurz. "Ich habe da einen positiven Eindruck gewonnen, die Jungs sind gewillt, alles in Ordnung. Allerdings ist das immer so, wenn ein neuer Trainer gekommen ist." Er habe sich in den vergangenen Wochen viele Spiele Fortunas angeschaut und wisse schon einiges über den Kader: "Aber erst jetzt, im täglichen Trainingsbetrieb, kann ich die Spieler wirklich kennenlernen."

Und in den Testspielen versteht sich. Die seien wichtig für das Gefühl, "über die Spiele holt man sich die nötige Sicherheit". Kurz' Plan ist, nach Möglichkeit in jeder Partie zur Pause komplett durchzuwechseln, was aber (siehe Infokasten) wegen Verletzungen und Krankheiten nicht immer möglich sein werde. "Mir ist es aber am liebsten, wenn die Spieler über 45 Minuten Gas geben und alles aus sich herausholen, statt sich über die volle Zeit zu schleppen", ergänzt der Coach.

Fotos: Kurz leitet erstes Training im Regen FOTO: Falk Janning

Für die Zukunft sagt er ein dichtes Gedränge im zentralen Mittelfeld voraus, weil Christopher Avevor und Christian Gartner wieder im Training sind, Marcel Sobottka alle Passübungen mitmacht und bald wieder voll einsteigen wird. "Da sind die Jungs zuständig", sagt Kurz, "es mir schwer zu machen."

Quelle: RP
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