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Fortuna Düsseldorf
Mathis Bolly soll in Berlin die Trumpfkarte sein

Das ist Mathis Bolly
Das ist Mathis Bolly FOTO: dpa, pst lre
Düsseldorf. Nach mehr als fünf Monaten ohne Punktspieleinsatz setzt Fortunas Trainer Frank Kramer in Berlin auf den ivorischen Nationalspieler. Von Bernd Jolitz

Es bedarf schon einer gehörigen Portion Optimismus, um als geneigter Anhänger der Fortuna voll auf die Karte Mathis Bolly zu setzen. Der ivorische Nationalstürmer ist zwar mit Abstand der schnellste Spieler der Zweiten Fußball-Bundesliga, hängt beim Spielekonsolen-Klassiker "Fifa" sogar die flinksten Profis aus aller Welt ab - die Muskulatur des 24-Jährigen ist jedoch so anfällig, dass er selten einmal mehr als zwei Partien in Folge zur Verfügung steht.

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Aktuell ist der gebürtige Norweger endlich mal wieder fit. Und wenn er das ist, dann spielt er auch automatisch eine Rolle in Fortunas Planungen. "Mathis ist eine Waffe", hat Teamkollege Julian Schauerte einmal über Bolly gesagt - bevor dieser dann erneut monatelang ausfiel. "Jetzt wirkt Mathis aber sehr stabil", sagt Cheftrainer Frank Kramer zuversichtlich. "Klar, wenn man immer wieder verletzt war wie er, dann fehlt etwas der Rhythmus. Aber natürlich ist er ein Kandidat für Sonntag. Wenn einer so gut drauf ist, dann macht es immer Sinn, ihn zu bringen."

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Es fragt sich nur, ob das von Beginn an geschieht. Denn so stabil der Angreifer derzeit auch wirken mag: Volle 90 Minuten kann Bolly keinesfalls spielen. Somit muss sich das Trainergespann Frank Kramer und Peter Hermann die Frage stellen, ob sich seine Qualitäten besser von Beginn an ausspielen lassen (dann würde ihn voraussichtlich Ihlas Bebou nach einer Stunde ablösen) oder ob die Coaches ihre Spezialwaffe besser erst im Laufe des Spiels zum Einsatz bringen.

Zudem stellt sich die Frage, ob Kramer das Wagnis eingeht, die zweite Position im zentralen Mittelfeld neben dem gesetzten Vizekapitän Julian Koch mit Michael Liendl zu besetzen. Beim 4:3 gegen Ipswich klappte das hervorragend - aber genügen die Defensivqualitäten des Österreichers auch in der Alten Försterei, wo Fortuna vermutlich großem Angriffsdruck der Berliner ausgesetzt sein wird? Mutig genug für eine solche Variante ist Kramer in jedem Fall.

Doch ganz gleich, mit welcher Elf Fortuna die Partie angeht: Für genügend Emotionen an der Seitenlinie ist definitiv gesorgt. "Ich werde mich auf die Bank setzen, mittendrin im Geschehen", kündigt Sportdirektor Rachid Azzouzi an. "Vielleicht kann ich da mal versuchen, Sascha Rösler etwas zu beruhigen." Wer das Temperament des Managers kennt, kommt da sogleich ins Schmunzeln. "Ich finde es halt wichtig, ein Spiel aus der gleichen Perspektive zu sehen wie Trainer und Spieler", erklärt Azzouzi und beweist in der Rückschau Galgenhumor: "In St. Pauli habe ich es mal auf der Tribüne versucht, aber das hat auch kein Glück gebracht, wie man ja weiß." Zur Erinnerung: In Hamburg wurde Azzouzi nach 30 Monaten entlassen. Das zumindest ist bei Fortuna kein Thema.

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Quelle: RP
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