| 11.47 Uhr
Fortuna Düsseldorf
Meier setzt auf die "Eichhörnchen-Taktik"
Hoffenheim-Spiel: Fortunen in der Einzelkritik
Hoffenheim-Spiel: Fortunen in der Einzelkritik FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. Die Düsseldorfer spielen nach Comppers Platzverweis 40 Minuten in Überzahl, aber in den entscheidenden Phasen fehlt ihnen der Mut. Das 1:1 ist angesichts der kommenden Aufgaben zu wenig. Von Gianni Costa und Bernd Jolitz

Norbert Meier setzt auf Ausdauer. "Für uns gilt die Eichhörnchen-Taktik. Wir müssen fleißig Punkte sammeln. Egal wie viele, Hauptsache Punkte", erklärte Fortuna Düsseldorfs Cheftrainer nach dem 1:1 gegen die TSG Hoffenheim. Es bleibt allerdings die Befürchtung, dass es am Ende nicht genügend Nüsse für einen ausreichenden Wintervorrat der Düsseldorfer Eichhörnchen geben könnte. Denn es war mehr drin für Meiers Team, und angesichts der nun folgenden schweren Aufgaben in Bremen, gegen den HSV und in Dortmund stellt sich die Frage: Welche dieser Partien will Fortuna gewinnen, wenn sie es gegen angeschlagene Hoffenheimer nicht schafft?

Es war ein Spiel, dass wie bestellt war für einen zuletzt schwankenden Aufsteiger. Die Kraichgauer strotzten nach durchwachsenen Leistungen nicht gerade vor Selbstbewusstsein – und das wurde schnell deutlich. Fast kein Spielaufbau gelang dem Team von Trainer Markus Babbel. Der verwies hinterher auf die Unerfahrenheit seiner Akteure. Einzig der Ex-Gladbacher Marvin Compper erwies sich als tauglich, die Defensive zu ordnen.

Wiese patzt beim Gegentor

Es brauchte nicht lange, bis Fortuna die großzügigen Lücken im offensiven Bereich auch nutzte. Dank der gütigen Mithilfe des ehemaligen Nationaltorhüters Tim Wiese erwischten die Düsseldorfer einen Start nach Wunsch. Bei einer Freistoßflanke von Ronny Garbuschewski, der erstmals in der Startelf stand, verschätzte sich der Ex-Bremer komplett und rutschte auch noch aus. Am zweiten Pfosten bedankte sich der flinke Australier Robbie Kruse und köpfte zur Führung bereits nach vier Minuten ein.

Danach wankte die TSG umso mehr, die Fortuna verpasste allerdings nun sträflich, konsequent nachzusetzen. "Da haben wir vielleicht nicht genügend Druck gemacht", sagte Garbuschewski. "Und dann kassieren wir wieder so ein blödes Gegentor." Nach Flanke von Andreas Beck köpfte der Spanier Joselu Düsseldorfs Verteidiger Tobias Levels an, der den Ball zunächst unterschätzte und dann unglücklich ins Tor lenkte. Fabian Giefer im Kasten war so absolut machtlos.

Compper fliegt – Hoffenheim wird stärker

Zu Beginn der zweiten Hälfte schien das Pendel zur Seite der Düsseldorfer auszuschlagen. "Wir sind wieder schläfrig aus der Kabine gekommen", meckerte Babbel. "Und dann musste Marvin auch noch vom Platz, weil er wegen der Fehler seiner Kollegen ein Foul begehen muss." Genau genommen waren es zwei Fouls des ansonsten bärenstarken Compper an Kruse binnen vier Minuten – das ahndete Schiedsrichter Robert Hartmann zu Recht mit Gelb-Rot.

Doch statt eines Vorteils für Fortuna bedeutete der Rausschmiss des besten Hoffenheimers die Wende zum Negativen. Plötzlich rissen sich die Gäste zusammen, spielten konzentrierter und standen kompakter, so dass es für den zunehmend entmutigten Aufsteiger kaum noch Lücken gab. Lediglich Robbie Kruse fand sie immer wieder, was Interims-Kapitän Jens Langeneke lobend hervorhob: "Unser australisches Känguruh hat die Hoffenheimer ganz schön durcheinander gewirbelt."

Einmal hätte es dafür nach Daniel Williams' Foul einen Strafstoß geben müssen, aber diese Szene bewertete Hartmann falsch. Dass es nicht zum Sieg reichte, hat Fortuna dennoch in erster Linie sich selbst zuzuschreiben. Adam Bodzek, neben Kruse bester Düsseldorfer, fasste zusammen: "Man hat einen Aufwärtstrend erkannt, aber wir haben uns nicht dafür belohnt."

Quelle: RP/can/csi
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