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| 16.09 Uhr

Fortuna tobt nach Elfmeterpfiff
"Der Schiedsrichter war von A bis Z überfordert"

Reaktionen: "Ich weiß nicht, warum der Schiedsrichter gepfiffen hat"
Reaktionen: "Ich weiß nicht, warum der Schiedsrichter gepfiffen hat"
Düsseldorf. Das 2:2 (0:0) gegen den 1. FC Heidenheim bietet reichlich Gesprächsstoff. Besonders die Leistung des Schiedsrichters erregt die Gemüter der Fortunen.  Von Jessica Balleer

Eine so deutliche Kritik an Schiedsrichter Lasse Koslowski (Berlin), wie die von Fortuna Düsseldorfs Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer, hat es im Profi-Fußball selten gegeben: "Ich weiß nicht, was der in der 2. Bundesliga sucht, der war von A bis Z überfordert", sagte Schäfer. "Ich weiß auch nicht, wer so einen ansetzt. Der hatte das Spiel zu keiner Sekunde im Griff und pfeift dann einen Elfer, der keiner war." 

Die Emotionen kochten aufgrund der hektischen Schlussphase hoch. Nach dem 2:2 in der heimischen Arena, machten die Fortunen vor allem Koslowski für die Unruhe verantwortlich, die in den sieben Minuten der Nachspielzeit ausbrach. "Selbst sieht er nichts und lässt sich dann alles berichten", sagte Schäfer über die Leistung des Unparteiischen. Koslowski hatte Heidenheim einen Elfmeter gegeben, nachdem Fortuna-Keeper Raphael Wolf den Heidenheimer Robert Glatzel nur leicht am Fuß berührt hatte. Glatzel ging zu Boden, der Pfiff aber hatte den Beigeschmack der Konzessionsentscheidung.

Die Aufreger der Nachspielzeit in Bildern FOTO: Falk Janning

Denn einige Szenen zuvor hatte Koslowski ein eindeutiges Foul an einem Heidenheimer Angreifer übersehen: Nielsen behinderte John Verhoek nach einem Freistoß im Fortuna-Strafraum und hätte sich über einen Elfmeterpfiff gegen sich nicht beschweren dürfen (90.). Stattdessen machte Raman im Gegenzug das 2:1 für die Fortuna. Als der Schiedsrichter wenige Minuten später dann doch den umstrittenen Elfer für Heidenheim gab, behielt Marc Schnatterer die Ruhe. Er verwandelte zum 2:2. Und es folgte noch mehr Hektik in der Nachspielzeit.

"So etwas habe ich in 27 Jahren nicht erlebt"

"Die Ereignisse haben sich überschlagen", sagte Fortunas Stürmer Rouwen Hennings später. Denn es gab Rudelbildungen und böse Wortgefechte auf und neben dem Platz. In einer Szene etwa ging Florian Neuhaus zu Boden, nachdem ihn Timo Beermann heftig geschubst hatte. Neuhaus revanchierte sich am Boden liegend mit einer Tätlichkeit: Er trat ordentlich zu. Beides aber blieb vom Schiedsrichter ungesehen und zunächst auch ungeahndet. "Er hat vollkommen die Kontrolle über das gesamte Spiel verloren", befand nach Abpfiff Trainer Friedhelm Funkel. Funkel erlebte sein 250. Spiel als Trainer in der 2. Liga, doch habe er so etwas "in 27 Jahren nicht erlebt". Denn auch der zuvor ausgewechselte Kaan Ayhan sah auf der Ersatzbank noch in Spielminute 90+3 die Gelb-Rote Karte, nachdem er sich beschwert hatte.

"Es geht nicht nur um Gerechtigkeit"

Das Spiel zwischen Düsseldorf und Heidenheim endete extrem hektisch, weil jegliche Kontrolle allerseits verloren ging. Es bleibt einiges aufzuarbeiten, nicht nur, was den Schiedsrichter Koslowski betrifft. Der DFB-Kontrollausschuss wird sich die Schlussminuten im Nachgang wohl noch einmal genauer anschauen.

Für Lasse Koslowski war das Spiel am Sonntagmittag erst der vierte Einsatz in der 2. Bundesliga. Er hatte zuvor noch keine Gelb-Rote oder Rote Karte verteilt. Auch pfiff er nun gegen die Fortuna seinen ersten Elfmeter überhaupt. Für den 30-jährigen Berliner könnte das Spiel in der Esprit-Arena noch Konsequenzen haben, je nachdem, wie der DFB seine Leistung bewertet. In Erinnerung bleibt es ihm und den Fortunen in jedem Fall noch für eine Weile.

 
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