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Fortuna Düsseldorf
Hermann: Ganz cool zum Traumeinstand

Peter Hermann: Ganz cool zum Traumeinstand bei Fortuna Düsseldorf
Peter Hermann sorgt für Ruhe bei der Fortuna. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Peter Hermann hat die erste Woche als Interimscoach von Fortuna Düsseldorf erfolgreich abgeschlossen. Mit seiner unaufgeregten Art sorgt er derzeit für die nötige Ruhe rund um das Team.  Von Christoffer Kleindienst

Anmerken ließ er sich nichts. Der zurückhaltende Co-Trainer, bei dem sich einige Journalisten gar nicht sicher waren, ob er wirklich zur Pressekonferenz kommen würde, absolvierte die lästigen Termine in der Öffentlichkeit ohne größere Probleme. Hermann gab ein souveränes Interview im Live-Fernsehen und stand geduldig Rede und Antwort nach der Partie. Was dabei auffällig war, war seine gänzlich unaufgeregte Art. 

Hermann betreibt keine Politik, Aktionismus sowieso nicht. Warum auch? Er will nur Co-Trainer sein. Nachdem sein Team mit einer wenig glanzvollen Leistung den ersten Auswärtssieg der Saison perfekt gemacht hatte, stellte er auf die Frage, ob er viel verändert habe, lediglich fest: "Was soll ich anders machen? Ich war ja vorher auch da." Nachdem der Verein in den vergangenen Wochen aufgrund der Erfolglosigkeit viele Sympathien in der eigenen Anhängerschaft verspielt und versucht hatte, den Negativtrend zu erklären, tut Hermann Fortuna mit seiner geerdeten Art schlichtweg gut. 

 

"Es war ein harter Kampf von Anfang an. Die Woche war ganz schwer für uns mit viel Unruhe und nur 13 Punkte auf dem Konto – das ist viel, viel zu wenig für Fortuna. Die Mannschaft hat eine sehr gute Reaktion gezeigt, jeder war bereit, dem anderen zu helfen", erklärte Kapitän Karim Haggui nach dem 2:1-Erfolg und ließ dabei durchblicken, dass der Interimstrainer gute Arbeit geleistet hat. Zwar veränderte Hermann die Startelf nur marginal im Vergleich zum letzten Kramer-Spiel in Düsseldorf, die häufig vermisste Leidenschaft war dennoch vorhanden. Die Profis respektieren Triple-Sieger Hermann, der sowohl sportlich als auch zwischenmenschlich überzeugt. 

Dass ein Trainerwechsel alleine das Team aber noch nicht aus der Gefahrenzone hieven kann, blieb auch in Frankfurt nicht verborgen. Die Fortuna besitzt kein Selbstvertrauen, Rückschläge verkraftet die Mannschaft nur schwer. Selbst das Anschlusstor der Frankfurter zum 1:2 warf die Düsseldorfer komplett aus der Bahn: Die bis dato noch souveräne Defensive fing auf einmal an, zu schwimmen – dabei agierte der FSV äußerst harmlos. Dessen Trainer Tomas Oral war enttäuscht und sprach das allzu Offensichtliche an: "Man muss sich nur beide Mannschaftsaufstellungen anschauen. Auf der einen Seite viele Bundesliga- und Zweitliga-Spieler, auf der anderen Seite einige Spieler, für die die zweite Liga Neuland ist."

Weitere Erfolge würden dem Team Sicherheit zurückgeben, außerdem könnte Hermann seinem kommenden Trainerkollegen damit den Einstieg auch deutlich einfacher machen. Bis dato gilt: In der Ruhe liegt die Kraft. Selbst der umstrittene Elfmeter konnte den Coach nicht aus der Reserve locken. "Wenn der Elfmeter berechtigt ist, dann ist es gut. Wenn nicht, dann ist es auch gut", sagte Hermann schmunzelnd.

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