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Fortuna Düsseldorf
Pleiten, Pech und Pannen – Fortuna verliert 0:2 gegen Münster

Bilder: Fortuna vergeigt Test gegen Drittligist Münster
Bilder: Fortuna vergeigt Test gegen Drittligist Münster FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf verliert das Testspiel gegen Preußen Münster 0:2 (0:1). Dabei zeigen die Gastgeber eine indiskutable Leistung und werden vom Drittligisten phasenweise vorgeführt. Von Christoffer Kleindienst

Zwei Grad über Null, Nieselregen und eine dunkle Wolkendecke: Das war die Wetter-Ausgangslage – und dennoch war die überdachte Sitzplatztribüne im Paul-Janes-Stadion überaus gut besucht. Die Fortuna zieht also auch im Jahr 2016, dabei testete die Mannschaft am Samstagnachmittag lediglich gegen den Drittligisten aus Münster.

Der Klassenunterschied war aber von Beginn an nicht zu sehen. Die Gäste behielten den Ball sicher in ihren eigenen Reihen. In den ersten acht Minuten kamen die Fortunen gar nicht in die Zweikämpfe. Und so war auch der Führungstreffer der Preußen vollends verdient: Eine lange Flanke verlängerte Julian Schauerte als letzter Mann per Kopf unfreiwillig zum heranstürmenden Marcel Reichwein, der aus 20 Metern Michael Rensing überwand (8. Minute).

Wer nun eine Angriffswelle der Fortunen erwartet hatte, sah sich bitter enttäuscht. Die Gäste verschoben geschickt und sorgten mit ihrem frühen Pressing immer wieder für Unruhe beim Spielaufbau des Zweitligisten. Es passierte in der Folgezeit schlichtweg gar nichts - ein paar individuelle Fehler der Düsseldorfer und die aufkeimende Unruhe auf den Rängen ausgeschlossen. Die Gastgeber hatten bis zur 22. Minute nicht ein Mal auf das gegnerische Tor geschossen.

In jener kamen die Münsteraner wieder mal gefährlich in den Fortuna-Sechzehner: Schauerte hatte zuvor den Ball verloren, Bellinghausen in der Folge nicht aufgepasst und Preußens Angreifer Rogier Krohne am Ende nur knapp über das Tor geköpft. Was machte die Fortuna in der Folgezeit? Nichts. Und trotzdem sorgte sie für den ersten Szenenapplaus: In der 36. Minute verzeichnete die Fortuna nämlich ihren ersten Torschuss. Er war weder besonders gefährlich, noch besonders misslungen. Aufgrund des Premierenstatus‘ aber dennoch erwähnenswert.

Julian Koch erwischte bei den Fortunen einen ganz besonders gebrauchten Tag – in der 38. Minute hätte er den fast noch mit einem Eigentor gekrönt. Der von ihm abgefälschte Schuss ging zwar über Rensing, aber knapp am Tor vorbei.

Der Keeper musste wenig später dann wirklich eingreifen, in einer Eins-gegen-Eins-Situation gegen den durchstartenden Philipp Hoffmann blieb er Sieger (39.). Dann, endlich, wachte auch die Fortuna auf: Zunächst war Kerem Demirbay zwar an Münster-Keeper Niklas Lomb vorbeigedribbelt, er drehte aber ab – sein Schuss wurde dann abgeblockt. Die darauffolgende Ecke landete bei Koch, der mit seinem Kopfball nur die Latte traf (42.).

Aus der Kabine kamen die Fortunen dann mit einer komplett neuen Elf. Und offenbar auch mit neuem Elan: Mike van Duinen setzte sich kurz nach dem Anpfiff direkt gut durch und scheiterte aus 16 Metern an Keeper Lomb (47.). Es entpuppte sich aber als Strohfeuer, das nächste Tor erzielten nämlich die Gäste. Mehmet Kara konnte sich mit viel Ruhe den Ball im Sechzehner zurechtlegen, Lars Unnerstall sah dem Schuss aus der Drehung nur hinterher – damit stand es 0:2 (52.).

Ab da an zeigte diese Fortuna-Elf eine ähnliche Leistung wie die aus der ersten Halbzeit. Phasenweise wurde das Team durch dutzende von gegnerischen Ballkontakten geradezu vorgeführt. Das steigerte sich bis hin zu Slapstick-Einlagen: Das i-Tüpfelchen bot sicherlich Joel Pohjanpalo, der nach einem katastrophalen Fehlpass eines Münsteraners frei im gegnerischen Sechzehner allein vor Keeper Lomb stand – und nur den Pfosten traf (73.).

Das gab den Fortuna-Fans aber immerhin noch Hoffnung, dass ihr Team möglicherweise noch den Anschlusstreffer (mit viel Glück) erzielen könnte. Auf den Boden der Tatsachen brachten sie allerdings zwei Großchancen der Gäste, die Unnerstall mit großartigen Reflexen auf der Linie vereitelte (73./75.).

In der Schlussphase passierte nicht mehr viel, zahlreiche Fans verließen bereits weit vor dem Schlusspfiff das Paul-Janes-Stadion. "Das war natürlich ergebnistechnich ein gebrauchtes Spiel", räumte Trainer Marco Kurz ein. "Aber wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht, kann das auch ganz gut gewesen sein."

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