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Fortuna Düsseldorf
Pohjanpalo soll mit den Teufeln tanzen

Fotos: Funkel als Fortuna-Coach vorgestellt
Fotos: Funkel als Fortuna-Coach vorgestellt FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Zuletzt hatte Fortunas Torjäger nur durch eines Disco-Besuches Schlagzeilen gemacht. Trainer Friedhelm Funkel hat ihn begnadigt. Der Stürmer erhält seine Chance wie jeder andere. Vielleicht spielt er am Samstag gegen Kaiserslautern sogar. Von Thomas Schulze

Die Ansprache, die Friedhelm Funkel am Dienstagmorgen in der Kabine gehalten hatte, hat bereits Wirkung hinterlassen. "Leidenschaft muss an erster Stelle stehen, auch im Training", hatte der neue Trainer gefordert. "Da muss es richtig zur Sache gehen. Denn so wie die Mannschaft trainiert, so spielt sie auch."

Zugleich hatte er angekündigt, dass Peter Hermann das Training leiten und er selbst zunächst einmal vom Rand aus beobachten wolle. "In den ersten Tagen werde ich viel zuschauen und nicht so in die Trainingsarbeit eingebunden sein. Wenn man am Rand steht, sieht man doch manches, was man bei der Arbeit auf dem Platz vielleicht so nicht wahrnimmt. Aber natürlich sage ich auch mal was oder lobe den Spieler, wenn er etwas gut gemacht hat", erklärte der Coach.

Mindestens genauso wichtig wie die Arbeit mit dem Ball ist Funkel in diesen Tagen aber die Kopfarbeit – das Gespräch mit seinen Schützlingen. Wie bei jedem Trainerwechsel fangen die Spieler bei null an. Auch jene erhalten eine Chance, die zuletzt auf der Bank oder sogar auf der Tribüne gesessen haben.

Funkel gewährt sogar einen kleinen Einblick in seine Arbeit. "Ich werde viel mit den Spielern sprechen", sagt der erfahrene Fußballlehrer. "Ich will wissen, warum der eine oder andere in den vergangenen Wochen und Monaten nicht gespielt hat oder warum er seine optimale Leistung nicht bringen konnte. Aber entscheidend ist, wie sie ihre neuen Möglichkeiten jetzt nutzen." Da sind natürlich alle angesprochen, doch auf einige Kandidaten trifft es in besonderer Weise zu. Zum Beispiel auf Joel Pohjanpalo. Der Torjäger, der in der finnischen Nationalmannschaft trifft, aber bei Fortuna Ladehemmung hat, war kürzlich aufgrund seiner Disco-Besuche in die Schlagzeilen geraten und vom Verein bestraft worden: Eine Woche hatte er bei der zweiten Mannschaft mittrainieren und eine Geldstrafe von 15.000 Euro zahlen müssen. Vorbei und vergessen? "Natürlich wird er wieder bei uns mittrainieren", sagt Funkel. "Er ist ein junger Spieler. Und ich bin keiner, der das Feiern verbietet, allerdings sollte man einen Grund dazu haben." Sportlich hatte Pohjanpalo zuletzt einen Grund im Dezember, als er gegen Eintracht Braunschweig (1:0) das Siegtor erzielte. Ob er Funkel im Training überzeugen kann? Dann könnte der Finne am Samstag vielleicht sogar gegen die Roten Teufel aus Kaiserslautern auflaufen.

Eines aber will Funkel nicht mehr sehen – weder im Spiel, noch im Training. "Kopf runter? Das kann nicht sein, nicht bei einem Fehler und auch nicht bei einem Gegentor", sagt der Trainer. "Jeder kann einen Fehler machen, aber er muss ihn auch wieder ausmerzen." Genau diese Mentalität hat ihm in den vergangenen Wochen bei der Fortuna gefehlt. Diese Einstellung muss sich schon bis zum Samstag verändern. "Wir denken jetzt nur an das Spiel gegen Kaiserslautern. Danach haben wir zwei Wochen Zeit, fußballerisch etwas zu verändern."

Quelle: RP
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