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Fortuna Düsseldorf
Azzouzi als Fortuna-Manager im Gespräch

Rachid Azzouzi als Fortuna Düsseldorf-Manager im Gespräch
Rachid Azzouzi (links), der beim FC St. Pauli ausgemustert wurde, ist nun als Nachfolger von Helmut Schulte im Gespräch. FOTO: dpa
Düsseldorf. Beim FC St. Pauli wurde Rachid Azzouzi als Manager Nachfolger von Helmut Schulte. Das könnte sich nun in Düsseldorf wiederholen. Derweil wird in unserer Stadt diskutiert, ob der Manager künftig noch dem Vorstand angehören soll. Von Thomas Schulze

Natürlich stand die Manager-Suche der Fortuna am Montagabend ganz oben auf der Themenliste des Aufsichtsrates. Er ließ sich vom Vorstand über die neueste Entwicklung informieren. Dabei bestätigte der Vorstand, mit Rachid Azzouzi gesprochen zu haben.

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Dass der 44 Jahre alte Marokkaner in die engere Wahl kommt, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Azzouzi wurde nämlich vor drei Jahren der Nachfolger von Manager Helmut Schulte beim Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli - und nun könnte er Schultes Nachfolger bei der Fortuna werden.

Azzouzis Bilanz ist von Erfolgen und Misserfolgen geprägt. Von 2005 an sammelte Erfahrungen als Assistent der Geschäftsführung bei der SpVgg Fürth, deren Manager er von 2008 bis 2012 war. Nach dem Bundesliga-Aufstieg wechselte er zum FC St. Pauli und lernte dort die Schattenseite des Geschäfts kennen. Im vergangenen Dezember wurde er entlassen, als den Hamburgern der Abstieg drohte. Seine Erfolgsquote bei Transfers war schwach, bei der Trainerwahl lag er schief.

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Derweil wird in Düsseldorf kontrovers diskutiert, ob der Manager Fortunas Vorstand angehören soll. RP-Leser Klaus Zimmermann macht sich dafür stark: "Kennen Sie ein Unternehmen, dessen Vertreter des eigentlichen Unternehmenszwecks nicht im Vorstand sitzt? Dass der Verantwortliche keinen Sitz und Stimme im Entscheidungsgremium hat, ist einfach undenkbar. Aber bei Fortuna soll dies so sein. Wenn der Manager nach Meinung der anderen für den Vorstand nicht geeignet ist, ist er nicht der Richtige. Hohe Kompetenz in den Gremien eines Unternehmens tragen wesentlich zu dessen Erfolg bei."

RP-Leser Bernd Geisen sieht das anders: "Da es sich beim Manager um eine Position (vergleichbar mit der des Trainers) auf Zeit handelt, sollte diese nicht mit einem Vorstandsposten verknüpft sein."

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Für Karl-Heinz Hölz ist die Frage nachrangig, und er handhabt sie flexibel: "Gibt es einen gestandenen, bewährten Bewerber, dann sollte der Vorstandsposten eines der Argumente für Fortuna sein. Findet sich ein Bewerber aus der zweiten Reihe, sollte das Vorstandsangebot als eine Beförderungsmöglichkeit angeboten werden. Absoluten Vorrang muss das Thema der fachlichen, menschlichen und ehrgeizigen Qualifikation des Bewerbers haben. Er muss mit den vorhandenen Gegebenheiten umgehen können."

Viele RP-Leser sehen eine Problematik nicht in der Managerfrage, sondern gegen hart mit dem Vorstand ins Gericht. Markus Dietrich hält die Manager-Diskussion für sinnlos und kritisiert Dirk Kall: "Der Vorstandsvorsitzende ist rhetorisch, fachlich wie strategisch/organisatorisch derart schwach, so dass dieser Position dringend nach einer Neubesetzung verlangt, ansonsten wird sich die sportliche Entwicklung weiter verschlechtern."

Ähnlich urteilt Bernd Dederichs: "Solange Fortuna sich mit dem derzeitigen Vorstand zufrieden gibt, ist es überflüssig, das Für und Wider eines Managers im Vorstand zu problematisieren. Es gibt beileibe anderen Handlungsbedarf, will man verhindern, dass Fortuna bald wieder in der Klasse spielt, in der der jetzige Vorstand zu Hause ist."

Quelle: RP
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