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Fortuna Düsseldorf
Rudi Gutendorf: "Hätte Düsseldorf gerettet"

Machos im Sport – eine Chronik
Machos im Sport – eine Chronik FOTO: RPO
Düsseldorf. Trainer-Weltenbummler Rudi Gutendorf denkt auch im Alter von 86 Jahren noch nicht an die Rente – und strotzt vor Selbstvertrauen.

"Um ehrlich zu sein: Wenn mich heute ein Erst- oder Zweitligaklub bitten würde, ihn zu trainieren, würde ich ihn sofort übernehmen", sagte "Riegel-Rudi" launig dem SID: "Auch wenn es etwas großmäulig klingt und sich nicht beweisen lässt: Ich bilde mir ein, dass Fortuna Düsseldorf nicht abgestiegen wäre, wenn ich sie trainiert hätte. Das Material war nicht so gut, aber auch nicht so schlecht, der Abstieg hätte nicht sein müssen."

Gutendorf, der mit 55 Stationen in 30 Ländern auch im Guinness-Buch der Rekorde steht, ist auch der Meinung, dass der rund 19 Jahre jüngere Jupp Heynckes "zu jung zum Aufhören" sei: "Als Trainer muss man heutzutage keine Spurts mehr machen."

Insgesamt erfreut sich der gebürtige Koblenzer bester Gesundheit. "Ich werde nächsten Monat 87, aber ich danke dem Herrgott, dass ich noch da bin. Meine Kollegen vom Tus Neuendorf sind alle tot", sagte er. Als schönste seiner 55 Stationen nannte er "Samoa wegen des grünblauen Wassers und der schönen Frauen. Und Schalke, weil dort das Flair des wahren Fußballs lebt."

Enttäuscht ist Gutendorf, der derzeit die Lotto-Prominentenmannschaft um Horst Eckel, Wolfgang Overath und Stefan Kuntz trainiert, "dass ich bei den vielen Rückblicken zu 50 Jahren Bundesliga kaum erwähnt wurde, obwohl ich in der ersten Bundesliga-Saison mit einer Straßenmannschaft des Meidericher SV Vize-Meister wurde. Aber die meisten Reporter von heute haben damals noch in die Hose gepinkelt, die kennen meinen Namen nur vom Hörensagen. Und mit einem über 80-Jährigen kann man eben nichts verdienen."

(sid)
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