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Fortuna Düsseldorf
Schiedsrichter Perl: Weiter, immer weiter

Schiedsrichter Perl verweigert Fortuna klaren Elfmeter
Schiedsrichter Perl verweigert Fortuna klaren Elfmeter FOTO: dpa, lus jai
Düsseldorf. Im Spiel von Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin zeigten Schiedsrichter Günter Perl und seine Assistenten eine schwache Leistung. Die Pfeife blieb zu häufig fälschlicherweise stumm. Die Fortuna-Verantwortlichen zeigten sich nach der Partie sportlich.  Von Christoffer Kleindienst

Ein Fußballschiedsrichter – und das sollte als Quintessenz aus diesem Text hervorgehen – kann an sich nur verlieren. Er entscheidet über Recht und Unrecht. Und das in einem Sport, der vor unsportlichem Verhalten nur so strotzt. Es wird auf dem Platz gelogen, dass sich die Balken biegen. Irgendwie haben sich Schwalben, versteckte Fouls und Ähnliches in den vergangenen Jahren zu Kavaliersdelikten entwickelt. Und wenn dann der Referee eine folgenschwere Fehlentscheidung trifft, ist es dennoch in aller Munde. 

Auch im Spiel der Fortuna am Sonntagnachmittag hat ein ausbleibender Pfiff des Schiedsrichters Perl den Spielverlauf aller Voraussicht nach grundlegend geändert. Beim Stand von 0:1 übersah der Unparteiische ein Handspiel im Sechzehner. Nach einer Ecke flog der Ball in die Gefahrenzone, Gastgeber Berlin konnte den Ball nicht klären, im Chaos sprang das Spielgerät an die Hand des Verteidigers Benjamin Kessel. Der hatte zu allem Überfluss keine bessere Idee, als den Ball in (dilettantischer) Volleyballmanier aus dem Strafraum zu baggern. Die Fortunen beschwerten sich lauthals, doch es brachte nichts: Perl, der außerhalb des Sechzehners stand, ließ weiterspielen. 

Einzelkritik: Rensing, Liendl, Koch und Sararer überzeugen FOTO: dpa, lus jai

Am Ende gelang den Fortunen noch das Augleichstor, Übeltäter Kessel versuchte es nach dem Schlusspfiff mit Humor. "Der Ball geht irgendwie durch und klar, er geht dann an meine Hand. Da haben wir ein bisschen Glück gehabt", sagte der Berliner schmunzelnd: "Volleyball habe ich nicht gespielt, aber die Haltungsnoten waren ganz gut." Auch sein Trainer Norbert Düwel gab nach der Partie zu: "Das war ein Elfmeter."

Die benachteiligten Fortunen taten indes das einzig Richtige und zeigten sich sportlich. "Auch Schiedsrichter müssen in die Saison hineinkommen. Also alles gut", sagte Sportdirektor Rachid Azzouzi mit einem Augenzwinkern. Dass das späte Tor mit der Lockerheit der Düsseldorfer zusammenhing, machte Coach Frank Kramer klar, der erklärte: "Ich fühle mich nicht benachteiligt, weil der Schiedsrichter das ja nicht absichtlich gemacht hat. Das Spiel ist 1:1 ausgegangen, also Schwamm drüber." 

Auch seine Spieler beließen es bei einem kurzen Kommentar zu der Szene. "Es ist natürlich Pech, dass wir den Elfmeter nicht bekommen haben. Dann wäre das Spiel vielleicht noch einmal anders gelaufen", sagte Sercan Sararer beiläufig. 

Fotos: Union Berlin - Fortuna FOTO: dpa, lus jai

Dabei war es nicht der einzige schwerwiegende Fehler Perls in den 90 Minuten. Ganz anders wäre das Spiel nämlich auch verlaufen, wenn Unions Bobby Wood eine Großchance in der zweiten Halbzeit genutzt hätte. Der Stürmer wurde eher glücklich freigespielt, sein Schuss aus der Drehung frei vor Michael Rensing ging nur an den Außenpfosten. Perl und sein Team waren dort nicht auf der Höhe, Wood stand beim Abspiel rund zwei Meter im Abseits. 

Es war ein gebrauchter Tag für Perl. Seine Leistung war fehlerhaft, aufgrund der gelassenen Reaktionen aller Beteiligten wurde es aber nicht zu einer Katastrophe hochgepeitscht. "Solche Fehlentscheidungen gibt es jede Woche", sagte Düwel auf der Pressekonferenz: "Mal trifft es die anderen, mal trifft es uns." Kramer entgegnete darauf lapidar: "Dem schließe ich mich an und hoffe, dass es euch im Rückspiel trifft."

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