| 17.57 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Schläft, wackelt und hat Pech

Reaktionen: "Das war brutal"
Reaktionen: "Das war brutal"
Düsseldorf. Trainer Friedhelm Funkel setzte in Hannover wieder auf sein zuletzt gesperrtes "Innenverteidiger-Duo Nummer eins". Doch Alexander Madlung und Kevin Akpoguma erwischten einen gebrauchten Abend.  Von Jan Dobrick

Bei Twitter ergoss sich Hohn und Spott über Fortunas Abwehrmänner, die beim 1:6-Debakel in der HDI-Arena ein trauriges Bild abgaben. In dem sozialen Netzwerk schossen sich die Anhänger vor allem auf Unglücksrabe Madlung ein.  Allerdings sah es so aus, als hätte die gesamte Defensivabteilung der Rot-Weißen das letzte Sicherheitsupdate nicht gemacht. Hannover drückte, Fortuna schlief. Und beim ersten Gegentor pennte eben Madlung.

Artur Sobiech packt Madlungs Geschenk aus

Nach fünf Minuten fand der Ball dank freundlicher Mithilfe des Abwehrhünen den Weg zu Artur Sobiech, der das Geschenk auspackte und Hannover in Führung brachte. Der 26 Jahre alte Pole schlenzte die Kugel mit dem linken Fuß von der rechten Strafraumkante ins obere lange Eck. Da konnte sich Fortunas Torhüter Michael Rensing noch so sehr strecken, den Einschlag verhinderte er nicht. "Die Anfangsphase haben wir vollkommen verschlafen", sagte der Keeper.

Jetzt könnte man meinen, Madlung hätte mit dem folgenschweren Zuspiel auf den gegnerischen Angreifer sein Pech aufgebraucht. Von wegen! Zwei Minuten danach fälschte er einen Schuss von Felix Klaus ins eigene Tor ab – 0:2. Martin Harnik setzte mit seinem Doppelpack noch einen drauf (15., 16.), weil die Innenverteidiger nur halbherzig in die Zweikämpfe gingen. Die Anhänger beider Mannschaften, die in der Zweitliga-Tabelle nur ein einziger Punkt voneinander trennt, rieben sich ungläubig die Augen. Akpoguma konnte zumindest per Kopf den Ehrentreffer erzielen.

"Unser Auftritt war in den ersten 20 Minuten eine einzige Enttäuschung", betonte Trainer Friedhelm Funkel: "Das war ein Klassenunterschied." Er schloss alle Spieler in seine Kritik mit ein. "Wir haben eine richtig schlechte Mannschaftsleistung gezeigt – von der Nummer eins bis zur Nummer elf." Madlung schlug in die gleiche Kerbe: "Wir sind als Kollektiv unter die Räder gekommen, aber dass Fehler gemacht werden, gehört bei einem Fußballspiel dazu. Hannover hat die Qualität, diese auszunutzen."

"Sie haben unsere Verunsicherung ausgenutzt"

Seinen Fauxpas erklärte der 34-Jährige so: "Beim ersten Gegentreffer möchte ich den Ball klären, treffe ihn nicht richtig und er landet vor den Füßen von Sobiech. Dass wir aber nach dem 0:1 derart auseinanderfallen, darf uns einfach nicht passieren." Die Düsseldorfer ließen die Köpfe hängen. Und die Hausherren machten da weiter, wo sie angefangen hatten. "Sie haben unsere Verunsicherung ausgenutzt", sagte Funkel. Er wisse aber nur zu gut, wie schwer die Beine werden würden, wenn man plötzlich 0:4 zurückliegt.

"Es ist viel gegen uns gelaufen, teilweise selbst verschuldet. Zusammenfassend kann man sagen, dass keiner sein Niveau erreicht hat", sagte Sechser Adam Bodzek nach der höchsten Pokal-Pleite der Klub-Historie in seinem Fazit. In zehn Ligaspielen gab es neun Gegentore, jetzt in einer Partie gleich sechs.

Nicht nur die Innenverteidiger, auch die Außenverteidiger ließen sich überrennen. Lukas Schmitz holte sich für ein grobes Foulspiel mit offener Sohle im zweiten Durchgang sogar noch die Rote Karte ab, das passte zum Spielverlauf. Robin Bormuth, der den in der Liga gesperrten Madlung zuletzt souverän vertrat, musste sich das Debakel von der Bank anschauen. Viele Fans hätten den Youngster gerne auf dem Platz gesehen. Bei Union Berlin darf der 21-Jährige am Samstag (13 Uhr/Live-Ticker) wieder ran, denn Madlung muss noch seine Sperre absitzen. Immerhin gab es auch Stimmen, die den Routinier verteidigten:

Für den kuriosen Schlusspunkt des Pokalspiels sorgte übrigens ein weiterer gelernter Innenverteidiger: Kaan Ayhan knallte das Leder nach einer Ecke unbedrängt in den Rücken von Kenan Karaman. Der Ball fiel in der 87. Minute aufs Tordach. Wenigstens einmal hatten die Düsseldorfer Glück.

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