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Fortuna Düsseldorf
Schmidtgal: "Für mich ist es hier blöd gelaufen"

Porträt : Heinrich Schmidtgal: Der Linksfuß im Verletzungspech
Porträt : Heinrich Schmidtgal: Der Linksfuß im Verletzungspech FOTO: dpa, dka kno
Düsseldorf. Der Linksverteidiger von Zweitligist Fortuna war in anderthalb Jahren fast nur verletzt. Auch deshalb darf er nicht bleiben.

Fortunas Heinrich Schmidtgal gilt als größter Pechvogel der Vereinsgeschichte. Bereits fünf Mal waren seine Rückkehrversuche nach teils langwierigen Verletzungen in den anderthalb Jahren beim Fußball-Zweitligisten gescheitert. Auch deshalb gab der Klub bereits Mitte März bekannt, dass der Vertrag mit dem Linksverteidiger nicht verlängert wird. Die Startelf-Nominierung für das Spiel beim FC Ingolstadt (2:3) war das sechste Comeback für den 29-Jährigen - und beim Vormittagstraining am Dienstag fehlte Pechvogel Schmidtgal schon wieder.

Herr Schmidtgal, gerade zurück im Team, schon wieder verletzt? Wiederholt sich ihre Geschichte wieder?

Schmidtgal Nein, ich denke nicht. Die Adduktorenprobleme sind nichts Schlimmes, nach einem oder zwei Tagen Pause sollte ich wieder dabei sein. Es ist nichts gerissen, keine Zerrung. Diesmal müssen wir uns keine Sorgen machen.

Im Spiel beim FC Ingolstadt standen Sie überraschend in der Startformation. Ein willkommener Start auf Ihrer Abschiedstournee?

Schmidtgal Natürlich hatte ich gehofft, noch ein paar Mal für die Fortuna auflaufen zu dürfen. Ich wollte mich nicht als Dauerverletzter verabschieden, der bis zum Saisonende keine Chance mehr bekommt. Es freut mich daher, dass mir der Trainer das Vertrauen gegeben hat für das Spiel, denn das ist auch nicht selbstverständlich nach einer so langen Ausfallzeit.

Sie sind jetzt wieder mitten im Wettkampfgeschehen. Wie groß ist dann die Wehmut, dass Ihnen der Verein bereits Mitte März mitgeteilt hat, dass der Vertrag nicht verlängert wird?

Schmidtgal Für mich persönlich war das in der speziellen Situation kein glücklicher Zeitpunkt. Ich war gerade nach einer schweren Verletzung auf dem Weg zurück ins Team, hatte gerade die erste Woche wieder mittrainiert. Da will man es allen so richtig zeigen und wird dann mit so einer Entscheidung konfrontiert. Das war nicht einfach. Aber grundsätzlich ist es natürlich gut, wenn frühzeitig Klarheit herrscht. Das ist besser, als öffentlich rumzueiern, und im Hintergrund ist die Entscheidung vielleicht längst gefallen.

Gibt es denn erste Gespräche mit neuen Arbeitgebern?

Schmidtgal Dafür ist es zu früh, nachdem ich gerade mein erstes Spiel absolviert habe. Die Vereine wollen schließlich sehen, dass es weitergeht bei mir und dass ich auf dem Platz meinen Mann stehe. Es gibt ein paar Optionen, aber es ist noch nichts fest.

Warum ist die Geschichte mit Heinrich Schmidtgal und der Fortuna aus Düsseldorf insgesamt so schiefgegangen?

Schmidtgal Das ist nicht so einfach zu beantworten. Es hatte sicher damit zu tun, dass ich einen schweren Start hatte, mehr oder weniger verletzt in die Vorbereitung eingestiegen war. Vielleicht war ich da selbst etwas zu ungeduldig, habe zu früh wieder angefangen, vielleicht eine Schonhaltung eingenommen, und dann kam eines zum anderen.

Bei Ihren vorherigen Vereinen wurden Sie doch auch nicht so vom Verletzungspech verfolgt?

Schmidtgal Ja, da war ich immer relativ stabil, von ein paar Kleinigkeiten mal abgesehen. Für mich ist es hier, was Verletzungen angeht, insgesamt ein bisschen blöd gelaufen. Trotzdem muss es jetzt weitergehen.

MATTHIAS GOERGENS FÜHRTE DAS INTERVIEW

Quelle: RP
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