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Fortuna Düsseldorf
Schulte nimmt Spieler in die Pflicht

Porträt in Bildern: Das ist Helmut Schulte
Porträt in Bildern: Das ist Helmut Schulte FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Nach der 0:4-Blamage beim Abstiegskandidaten FC St. Pauli gastiert am kommenden Montag der Aufstiegskandidat 1. FC Kaiserslautern in Düsseldorf. Jonathan Tah erklärt, warum das eine leichte Aufgabe ist. Von Thomas Schulze

Helmut Schulte kennt die Mechanismen im Fußballgeschäft. Wenn die Erwartungen nicht erfüllt und die gesteckten Ziele nicht erreicht werden, gerät zunächst der Trainer unter Druck. Wird eine Trennung vollzogen und ein neuer Trainer installiert, doch die erhofften Verbesserungen bleiben aus, so gerät der Manager in die Kritik. Da hilft nur eines: Erfolg, denn nur Zählbares lässt die - ob nun berechtigte oder unberechtigte - Kritik verstummen. An diesem Punkt ist Fortuna nun angelangt.

Schulte weiß all das und ist über die aktuelle Entwicklung alles andere als erfreut. Am Donnerstagnachmittag ging er vor dem Training in die Kabine und wird auch den Spielern seine Meinung kundgetan haben. "Den Eindruck, den die Mannschaft auf St. Pauli erweckt hat, muss sie am Montag gegen den 1. FC Kaiserslautern revidieren", fordert er. "Sie muss zeigen, dass das ein Ausrutscher war."

Aber war es wirklich ein Ausrutscher? Oder war es der Tiefpunkt eines stetigen Leistungsabfalls? "Ich bin davon überzeugt, dass der Kader gut ist", sagt Schulte und wirft einen Blick auf die Zusammenhänge. "Im Herbst haben wir ordentlich gespielt und hatten gute Ergebnisse. Nach dem Spiel gegen Ingolstadt sind wir durch Verletzungen in Schwierigkeiten geraten. Ich hatte gehofft, dass wir das besser kompensieren können. Auch auf St. Pauli haben fünf Spieler gefehlt, die der Trainer sonst wahrscheinlich beim Anpfiff aufgeboten hätte. Aber das soll keine Ausrede sein, sondern lediglich eine Erklärung. Und eines ist gewiss: Es braucht Wiedergutmachung."

Wer ausschließlich auf die letzten Resultate und Leistungen schaut, wird Schulte reflexartig widersprechen wollen, was die Qualität des Kaders anbelangt. Doch es ist nicht von der Hand zu weisen, dass zumindest ein Teil der Spieler über Potenzial verfügt. So ist der Leistungsabfall von Michael Liendl oder Jonathan Tah nicht zu leugnen. Als sie kamen, beeindruckten sie mit hervorragenden Leistungen und waren exzellente Verstärkungen. Zuletzt waren sie davon quasi Lichtjahre entfernt und nicht wiederzuerkennen.

Einzelkritik: Zwei Mal ungenügend, neun Mal mangelhaft FOTO: Falk Janning

Es ehrt Tah, dass er nicht den Trainer oder die Mitspieler dafür verantwortlich macht. "Ein Tief zu haben ist menschlich", sagt er. "Es gibt bessere und schlechtere Phasen. Darüber mache ich mir keinen Kopf." Sollte er aber vielleicht.

Weitaus kämpferischer gibt er sich mit Blick auf die sportliche Situation der Fortuna insgesamt. Vor dem Spiel gegen Kaiserslautern sagt er kämpferisch: "Wir sind nach dem Spiel auf St. Pauli bei der Ehre gepackt. Wir wollen das wieder gutmachen - so schnell wie möglich. Wir wollen zeigen, dass wir eine Mannschaft sind und noch einmal alles raushauen."

Lukas Schmitz sieht das ganz ähnlich: "Wir haben gegen Kaiserslautern beste Voraussetzungen. Wir haben keinen Druck, der Gegner muss gewinnen. Darmstadt ist auch als Tabellenzweiter zu uns gekommen." Das klingt, als seien die Pfälzer am kommenden Montag der ideale Gast.

Für alle Spieler geht es um Punkte, für einige aber auch um Verträge. "Wir wissen genau, an welchen Stellen wir ansetzen werden und welche Verträge wir nicht verlängern", sagt Schulte. "Es gibt aber keinen totalen Umbruch, sondern wir werden gezielt an den Stellschrauben drehen und dabei den neuen Trainer einbeziehen. Bei den Neuen werden wir den Fokus auf jüngere Spieler legen, denn wir haben genug Erfahrung im Kader."

Ach ja, ein neuer Trainer muss noch her. "Wir werden so schnell wie möglich eine Lösung präsentieren. Wir arbeiten dran." Prima.

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