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Fortuna Düsseldorf
Sensationell! Fortuna entführt Punkt aus Dortmund
BVB-Spiel: Fortunen in der Einzelkritik
BVB-Spiel: Fortunen in der Einzelkritik FOTO: rpo, Falk Janning
Dortmund. Fortuna Düsseldorf hat am 14. Bundesliga-Spieltag für eine große Überraschung gesorgt. Der Bundesliga-Aufsteiger punktete trotz großer Verletzungssorgen auswärts beim deutschen Meister Borussia Dortmund. Von Bernd Jolitz

Vor der Partie hatten die Experten ausschließlich über die Höhe des Ergebnisses diskutiert. Dass der deutsche Meister Borussia Dortmund die stark ersatzgeschwächte Düsseldorfer Fortuna schlagen würde, stand allgemein außer Frage. Doch der Aufsteiger belehrte alle eines Besseren. Dank einer mutigen Vorstellung und natürlich auch ein wenig Glück bei guten Chancen des BVB entführte Fortuna mit dem 1:1 sensationell einen Punkt, den Stefan Reisingers Kopfball zum Ausgleich sicherstellte.

Schweigen im Stadion

Zwölf Minuten und zwölf Sekunden lang herrschte gespenstische Stille im Dortmunder Stadion. Mit ihrer Schweige-Demo "Ohne Stimme keine Stimmung" wollten die Fans beider Lager ihren Protest gegen das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ausdrücken, das am 12. Dezember verabschiedet werden soll. Der gewünschte Effekt trat ein – gerade in der nahezu voll besetzten 80.000-Plätze-Arena wirkte es so, als hätten sich die Profis zum Kicken auf einer Friedhofswiese verabredet. Interessant: Nach Ende des Schweigeboykotts gab es von den meist betuchteren Zuschauern auf Haupt- und Gegentribüne Standing Ovations für die Aktion der Stehplatz-Fans.

Auf dem sportlichen Sektor hatte das Verletzungspech beide Mannschaften kräftig gebeutelt. BVB-Coach Jürgen Klopp musste auf Mario Götze, Ilkay Gündogan und kurzfristig auch auf Mats Hummels verzichten – wobei es niemals so ganz zu klären sein wird, ob das Trio auch gegen einen namhafteren Gegner komplett ausgefallen wäre.

Solche Überlegungen verboten sich bei Fortuna von selbst: Von all ihren angeschlagenen Spielern schaffte es lediglich Dani Schahin zurück auf die Ersatzbank. Oliver Fink, Jens Langeneke, Stelios Malezas, Du-Ri Cha, Tobias Levels und Bruno Soares standen nicht zur Verfügung. So kam Ivan Paurevic, der im Sommer von der Dortmunder Zweitvertretung an den Rhein kam, ausgerechnet in der Arena seines Ex-Klubs zu seinem Bundesligadebüt.

Voronin nicht mal im Kader

Dass Trainer Norbert Meier Andrey Voronin, den prominentesten und teuersten Zugang der Düsseldorfer, nicht einmal für den Kader nominierte und dem Ukrainer sogar Youngster Evans Nyarko vorzog, sagt alles über das Standing des 33-Jährigen. Meiers Resterampe schlug sich prima. Hinzu kam, dass der Meister eine ganze Weile brauchte, bis er seine gefürchtete Angriffsmaschinerie angeworfen bekam. Immerhin waren die Dortmunder effektiv. Jakub Blaszczykowski traf nach einer Highspeed-Kombination mit Kevin Großkreutz zum 1:0.

Beachtlich, dass die Düsseldorfer nach dem Wechsel mutiger nach vorn spielten, ohne dabei ihr kompaktes Defensivspiel zu vernachlässigen. Die Belohnung dafür gab es zwölf Minuten vor dem Ende. Robbie Kruse flankte ungehindert in die Mitte, wo Stefan Reisinger die Abwehr des Favoriten mit dem Kopfball zum 1:1 düpierte. Die Gelb-Rote Karte für den starken Ivan Paurevic schmälerte den Jubel nicht.

STATISTIK:

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Felipe Santana, Schmelzer - Sven Bender, Kehl (68. Leitner) - Blaszczykowski (81. Schieber), Reus (75. Perisic), Großkreutz - Lewandowski. - Trainer: Klopp

Düsseldorf: Giefer - Balogun, Bodzek, Juanan, van den Bergh - Paurevic, Lambertz - Reisinger (90.+4 Fomitschow), Bellinghausen - Ilsö (72. Schahin), Kruse. - Trainer: Meier

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Tore: 1:0 Blaszczykowski (43.), 1:1 Reisinger (78.)

Zuschauer: 80.100

Gelb-Rote Karte: Paurevic wegen wiederholten Foulspiels (87.)

Gelbe Karten: Subotic (2) - Kruse (4)

Torschüsse: 21:5

Ecken: 7:2

Ballbesitz: 65:35 Prozent

Quelle: sid/areh/sap/seeg/can/rm
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