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| 11.35 Uhr

Spitzenspiel in Kiel
Ein Lichtlein brennt in Fortunas Abwehr

Umstrittener Elfmeter für Kiel gegen Fortuna
Umstrittener Elfmeter für Kiel gegen Fortuna FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Beim 2:2 am Samstag in Kiel, geriet die Defensive von Fortuna Düsseldorf stark unter Druck. Einen besonders guten Job machte nur Torwart Raphael Wolf, wie die Statistik zeigt. Von Jessica Balleer

In der 68. Minute erlebte ein Verteidiger der Fortuna den für ihn bittersten Moment des Auswärtsspiels. Niko Gießelmann berührte seinen Gegenspieler Rafael Czichos nach einem Eckball leicht und brachte ihn im Strafraum zu Fall. Das führte zu dem Elfmeter, der zunächst das 2:1 für Kiel bedeutete. Gießelmann hatte ohnehin einen schlechten Tag erwischt: Nur 45 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er. 17 Fehlpässe spielte er und lag damit bei einer Passquote von nur rund 60 Prozent. Für Gießelmann üblich sind weit über 70 Prozent. Mit der unterdurchschnittlichen Leistung war er in Kiel aber nicht allein.

Er reiht sich ein in die Riege schwacher Defensivspieler in Rot-Weiß: Kaan Ayhan spielte erneut als Sechser, gewann nur die Hälfte seiner Zweikämpfe. Als Innenverteidiger liegt Ayhan laut Statistik normalerweise bei einer Zweikampfquote von rund 70 Prozent. Julian Schauerte fiel ebenfalls eher durch Unsicherheiten auf der Außenbahn aus. Es waren Robin Bormuth und André Hoffmann, die Stabilität brachten – und der zum "Spieler des Spiels" gewählte Torwart.

Selten ging die Abstimmung "Spieler des Spiels" so knapp aus, wie nach dem Spiel in Kiel. Doch Torwart Raphael Wolf setzte sich mit 44 Prozent vor Mittelfeldspieler Benito Raman (34 Prozent) und Stürmer Rouwen Hennings (22 Prozent) durch. Wolf hatte Fortuna durch einige Glanzparaden vor allem kurz nach Wiederanpfiff von Halbzeit zwei im Spiel gehalten. Sechs Schüsse gab Kiel auf sein Tor ab. Beim ersten Gegentreffer (55.) war Wolf machtlos, er wehrte in der 70. Minute sogar den Strafstoß ab. Beim Nachschuss allerdings musste der 29-Jährige zusehen, wie Kiels Kapitän Dominick Drexler noch vor Schauerte und den anderen Verteidigern an den Ball kam und zum 2:1 einschoss.

Die Defensivleistung ist sicher auch Ergebnis einer extrem stark aufspielenden Offensive von Holstein Kiel. Die "Störche" zeigten, dass die Tabellenspitze beileibe kein Zufallsprodukt, sondern der verdiente Lohn für eine gute Hinrunde ist. Und doch: "Die Defensive ist das A und O", hat Friedhelm Funkel mehrfach in dieser Saison betont. Fortunas Trainer wird die Unordnung und Unsicherheit ärgern, die Kiel in der rot-weißen Abwehr provozieren konnte. Lichte Momente gab es dafür in der Offensive.

Allen voran in der ersten Halbzeit und dann auch in der Schlussviertelstunde spielte die Fortuna stark. Kombinationsspiel und Spielzüge gelangen und erneut war es Raman, der vorne für Torgefahr sorgte und Fortuna kurz vor der Pause in Führung brachte. Der quirlige Belgier war ebenso laufstark wie Hennings: Beide legten mehr als zehn Kilometer im Spiel zurück. Für den Einsatz belohnten sich denn beide auch mit einem Tor.

Funkel wechselte eine Viertelstunde vor Schluss offensiv: Takashi Usami kam für Oliver Fink und Havard Nielsen für Jean Zimmer. Das Unentschieden sollte her. Statt der  Eingewechselten belohnte Hennings die Fortunen durch seine Einzelaktion in der 85. Minute für ihren Kampf. Der Treffer des Drittplatzierten in der Abstimmung "Spieler des Spiels" ist ein weiteres positives Signal in der Offensive, denn Hennings hatte zuletzt in zwei Spielen nicht getroffen. 

 
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