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Fortuna Düsseldorf
Fortunas Stadion-DJ ärgert RB Leipzig

Stadion-DJ von Fortuna Düsseldorf ärgert den RB Leipzig
Marcus Haefs sieht in seiner Musik-Auswahl gegen Leipzig nichts Verwerfliches. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Marcus Haefs spielt gegen den Aufstiegskandidaten "Ich find' dich scheiße" von Tic Tac Toe. Er findet aber nicht, dass er über die Stränge geschlagen hat. Von Jan Dobrick

"DJ Opa" Marcus Haefs legt bei Heimspielen von Fortuna Düsseldorf seit Jahren Musik auf, die zum Gegner passen soll. Manchmal sorgt die kreative Auswahl für Gelächter auf den Rängen der Esprit-Arena, häufig zumindest für ein Schmunzeln. Haefs spielte die Champions-League-Hymne gegen Borussia Dortmund, als der BVB gerade aus der Königsklasse ausgeschieden war. Gegen den 1. FC Köln gab er Musik von Fortuna Köln zum Besten. 

 

Im September 2014 handelte sich der Stadion-DJ jedoch einen Rüffel von Fortunas damaligem Vorstandsvorsitzenden Dirk Kall ein, als er gegen RB Leipzig Chopins Trauermarsch spielte. Die Fans trugen schwarze Kunststoff-Ponchos, "Trauerkleidung" als Protest gegen die Aushöhlung der Fußballkultur – eine Anspielung auf den von Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz gelenkten Klub. "Es steht uns nicht zu, über andere Vereine zu urteilen", betonte Kall damals. "DJ Opa", der auch Songs wie "Money, Money, Money" von Abba oder "Kauf mich" von den Toten Hosen nachschob, entschuldigte sich für den Trauermarsch. Damit war die Sache erledigt. Sanktionen gab es keine.

Am Montag war Aufstiegskandidat Leipzig wieder in Düsseldorf zu Gast, gewann mit 3:1. Haefs, der sein Musikprogramm nicht mit dem Verein absprechen muss, griff diesmal nicht zu Chopin. Die Fans saßen ja ohnehin nicht in schwarzen Ponchos auf den Tribünen, sondern wie sonst auch: in roten Fortuna-Trikots oder kreuzbunt gekleidet. Dafür lief "Money Makes the World Go Round" von Liza Minnelli. "Das Publikum hat sich köstlich amüsiert", sagt Haefs, der auch zu einer bekannten Girlgroup-Scheibe aus den 90ern griff: "Ich find' dich scheiße" von Tic Tac Toe. 

Dass er damit über die Stränge geschlagen hat, findet er nicht. Er glaubt auch, dass er sich nicht noch einmal entschuldigen muss. Bisher habe er von den Fortuna-Verantwortlichen nichts gehört, es gab auch keine Beschwerden von Leipziger Seite. "Ich saß nicht hasserfüllt vor meinem Pult", sagt Haefs und betont: Das alles sei nicht beleidigend, sondern mit einem Augenzwinkern gemeint. "Wir sind schließlich beim Fußball", sagt "DJ Opa", der die Leipziger nur "ein wenig foppen" wollte. "Ich hoffe, sie sind mir nicht lange böse."

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