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Fortuna Düsseldorf
Warum Fortuna ein Trainerwechsel nichts bringt

Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003
Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003 FOTO: dpa, bt gfh
Düsseldorf. Wenn Fortuna am Freitag auch nur im gleichen Maße wie der Karlsruher SC ihre Chancen genutzt und Schiedsrichter Peter Sippel zumindest zwei der drei fälligen Elfmeter für die Düsseldorfer gepfiffen hätte, dann wäre die Mannschaft von Trainer Marco Kurz der klare Sieger gewesen. Nun ist Fußball im Konjunktiv zwar selten hilfreich - in diesem Fall belegt er aber immerhin, dass eine Trainerdiskussion in Düsseldorf völlig fehl am Platze wäre. Von Bernd Jolitz

Diese haben zwar ein Teil der Medien und Fans längst eröffnet, doch das ändert nichts daran, dass Kurz in den nur vier Tagen, die zwischen dem Einbruch beim 1:3 gegen Bochum und dem unglücklichen 0:1 gegen den KSC lagen, alles aus dem Team herauskitzelte, was in der Macht eines Trainers steht: Einsatz, Wille und Kampfgeist. Selbst nach dem Nackenschlag durch Hiroki Yamadas Tor in der 75. Minute.

Fortuna wehrte sich, anders noch als nach dem Bochumer Ausgleich am Dienstag. Sie stemmte sich gegen die Niederlage, sie war nur erneut unfähig, ein Tor zu erzielen. Das hat dann irgendwann nicht mehr nur mit Pech, sondern auch mit fehlender Qualität im Angriff zu tun, liegt jedoch außerhalb der Möglichkeiten eines Coachs: Tore kann er nicht auch noch schießen, geschweige denn Strafstöße pfeifen.

Der kommissarische Vorsitzende Fortunas bekräftigt diese Haltung. "Auf die Frage nach einem möglichen Trainerwechsel antworte ich nicht einmal mit Nein. Das ist für uns überhaupt kein Thema", sagt Paul Jäger. Die Mannschaft hat ja auch hinlänglich bewiesen, dass die ewige Hinauswerferei nicht das Geringste bringt. Sieben Trainer hat sie seit dem Abstieg aus der Bundesliga vor nicht einmal drei Jahren gehabt, und es waren alle Typen darunter. Der Kumpelhafte (Mike Büskens), der Väterliche (Lorenz-Günther Köstner), der Motivator (Oliver Reck), der Mann aus den eigenen Reihen (Taskin Aksoy), der Professor (Frank Kramer), der Routinier (Peter Herrmann) und nun Kurz, der so detailliert an der Defensive feilt. Erfolg hatte langfristig keiner, so dass es offenbar doch eher an der Mannschaft als am Trainer liegt. Klare Sache: Sollte Fortuna in ein paar Wochen dringend Punkte aufholen müssen, wird es die neuerliche Notbremse geben. Selbst dann könnte aber nur, wie vor Weihnachten, Erfolgs-Co-Trainer Herrmann helfen. Denn ein Feuerwehrmann von außen, schon jetzt? Es wäre der Offenbarungseid der Führung.

Noch einmal zurück zum Thema Elfmeter: Da lieferte der DFB eine interessante Fußnote. Der Verband setzte in Peter Sippel ausgerechnet einen Münchner Schiedsrichter für die Partie gegen den KSC an - in der 1860 München im Abstiegskampf so sehr auf eine Niederlage der Düsseldorfer hoffte.

Die Hoffnung ging auf, Fortuna verspielte in der Rekordzeit von nur sieben Tagen einen Vorsprung von neun Punkten auf die Sechziger. Sogar der Direktabstieg ist nach dem Sturz auf Relegationsrang 16 wieder ein Thema, denn der Effenberg-befreite SC Paderborn liegt nur vier Zähler zurück.

Neun Spiele sind es jetzt noch - im Grunde genügend Zeit, das Ruder noch einmal herumzureißen, denn München hatte bei seiner Aufholjagd neben einer hervorragenden Einstellung auch eine Menge Glück. Voraussetzung ist allerdings, dass die Kurz-Truppe den Kampf immer und überall so annimmt wie gegen den Karlsruher SC und so auch das Glück erzwingt.

Quelle: RP
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