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Fortuna Düsseldorf
Was Fortuna jetzt braucht

Einzelkritik: Schmitz, Koch und Pohjanpalo mit mangelhafter Leistung
Einzelkritik: Schmitz, Koch und Pohjanpalo mit mangelhafter Leistung FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Statt der erhofften Aufbruchstimmung herrscht Ernüchterung. Zum Start in die Rest-Rückrunde der 2. Bundesliga ist Fortuna genau das passiert, was keinesfalls passieren durfte: Durch die 0:1-Heimniederlage gegen den 1. FC Heidenheim ist das ohnehin nur zarte Hoffnungspflänzchen schon wieder verwelkt. Von Bernd Jolitz

Jenes "Packen-wir's-an"-Gefühl, das sich bei echten Fans auch ohne greifbaren Grund in jeder Winter- oder Sommerpause aufs Neue einstellt, ist tiefem Frust gewichen. Wenn die Truppe von Trainer Marco Kurz die Füße rechtzeitig aus dem Treibsand ziehen möchte, muss sie schnell die wichtigsten Baustellen schließen.

Leidenschaft. Es war am Samstag nach dem Heidenheim-Spiel das beliebteste Thema in der Interviewzone. "Große Leidenschaft" attestierten sich Fortunas Spieler da gegenseitig, man habe sich "in die Zweikämpfe geschmissen" und "hundertprozentig gefightet". Die Wahrnehmung von außen war freilich eine andere. Zwar kann den Profis niemand den Willen absprechen, alles für Fortuna zu geben, aber die Bemühungen laufen viel zu oft ins Leere. Jene zielgerichtete, aggressive Spielweise, für die ein Axel Bellinghausen steht, verbunden mit einer Körpersprache, die ein "niemals aufgeben" ausdrückt, das gegenseitige Anfeuern - all das fehlte Fortuna schmerzlich.

Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003 FOTO: dpa, bt gfh

Identifikation. Der Klub hat in den vergangenen Jahren aus unterschiedlichen Gründen einige Identifikationsfiguren auf dem Platz verloren - Jens Langeneke, Maxi Beister, Sascha Rösler und Andreas Lambertz zum Beispiel. Solche echte Typen sind jedoch wichtig, um eine enge Bindung zu den Fans zu schaffen, ohne die eine schwierige Phase des sportlichen Misserfolgs kaum zu überstehen ist. Gegen Heidenheim saß Bellinghausen auf der Bank und Oliver Fink sogar auf der Tribüne - zwei der wenigen verbliebenen Fortunen mit einer solchen Bindung und der Fähigkeit, Kollegen mitzureißen. Kein Problem, so lange es läuft. Aber wenn dann den Neuen wie Charis Mavrias und Nikola Djurdjic die Schultern zum Anlehnen fehlen, wird es eng.

Mut. Bis kurz vor dem gegnerischen Strafraum gab es einige gute Ansätze zu sehen. Doch gerade, wenn man dachte, jetzt könne eine torgefährliche Situation entstehen, trafen die Düsseldorfer immer wieder die falsche Entscheidung. Ein Kringel nach rechts statt eines entschlossenen Antritts in den Strafraum hinein (Mavrias), ein Zaudern statt eines riskanten, aber aussichtsreichen Steilpasses (Demirbay). Es ist schwer, mit angeschlagenem Selbstvertrauen Mut zu entwickeln, aber ohne Mut wird Fortuna ihrer Krise nicht Herr werden.

Fortuna - 1. FC Heidenheim FOTO: Falk Janning

Konzentration. Bereits in der Zeit mit Peter Hermann als Interimstrainer hatte sich Fortuna in der Abwehr stabilisiert, Marco Kurz hat diese Arbeit konsequent fortgesetzt. Das Team gestattet den Gegnern weniger Chancen als in der Hinrunde. Diese Stabilisierung wird jedoch konterkariert, wenn aus Konzentrationsmängeln entstehende hanebüchene individuelle Fehler alles einstürzen lassen. Am Samstag führte Julian Kochs Blackout zum Gegentor, doch die Fehlerquote von Lukas Schmitz und Christopher Avevor (bei ihm erklärbar durch fehlende Spielpraxis) war noch höher. "Diese individuellen Aussetzer müssen wir dringend abstellen. Sie sind nicht gut für die Moral", sagte Kapitän Karim Haggui bereits im Trainingslager in Belek, angesichts einiger vergleichbarer Patzer. Die Dringlichkeit hat sich noch erhöht.

Quelle: RP
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