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Dohmen Interimscoach: Frankfurt beendet Ära von "Quälix" Magath

zuletzt aktualisiert: 29.01.2001 - 22:34

Frankfurt/Main (sid). Felix Magath wurde das 1:5-Debakel gegen 1. FC Köln zum Verhängnis: Nur 41 Stunden nach der bitteren Heimpleite gegen den Aufsteiger trennte sich Eintracht Frankfurt vom 47 Jahre alten Fußball-Lehrer, der seit dem 19. Dezember 1999 bei den Riederwäldern gearbeitet hatte und noch einen Vertrag bis 30. Juni 2003 besaß. Als Interimscoach fungiert der derzeitige Sportdirektor Rolf Dohmen.

"Der Aufsichtsrat der Eintracht Fußball AG hat auf Vorschlag des Vorstandes der AG bei einer außerordentlichen Sitzung einstimmig und mit sofortiger Wirkung die Freistellung von Magath beschlossen", hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins. Die Hessen hatten zuletzt in der Bundesliga sechsmal in Folge verloren und rangieren mit 20 Punkten auf einem Abstiegsplatz. Als nächste Aufgaben stehen in der Bundesliga die Partien in Rostock und gegen Cottbus auf dem Programm.

Die Entscheidung wurde noch vor der Mitgliederversammlung der Eintracht am Montagabend im Marriott-Hotel getroffen und traf einen ziemlich überraschten Coach, der auf Grund seines unerbittlich harten Trainings den Spitznamen "Quälix" trug. Der ehemalige Nationalspieler war überzeugt, das Vertrauen des Aufsichtsratsvorsitzenden Steven Jedlicki zu besitzen. "Er ist mein unmittelbarer Vorgesetzter, und ich bin sicher, dass ich sein Vertrauen habe. Aber ich kann natürlich nicht jeden im Umfeld fragen, ob er mir weiter vertraut", sagte Magath der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).nicht mitwirken.

Führungsstil umstritten

Allerdings war sein Führungsstil in Frankfurt heftig umstritten. Wiederholt hatte es Unmut aus dem Mannschaftskreis gegeben, weil "Quälix" angeblich zuviel von den Profis verlangt habe. Magaths Replik damals: "Da lache ich mich tot. Die Spieler sollen sich mal in anderen Sportarten umschauen wie im Boxen oder Schwimmen. Sie begreifen es einfach nicht, dass es gut für sie ist."

Jedlicki hatte Magath ebenfalls mehrfach demonstrativ den Rücken gestärkt und auf eine langfristige Zusammenarbeit mit dem zweimaligen Vize-Weltmeister gebaut. "Wir wollen nicht den 22. Trainer in 21 Jahren rauswerfen. Wir wollen vielmehr in Ruhe etwas aufbauen. Und das kann man nur tun, wenn man die Kernmannschaft zusammen lässt", sagte Jedlicki. Am Montag kam es dann doch zur Beurlaubung von Magath, der die Frankfurter in der vergangenen Saison aus fast aussichtsloser Position noch zum Klassenerhalt geführt hatte.

Parallelen zum "Fall Jörg Berger"

Der Rauswurf von Magath bedeutete die 252. Trainerentlassung seit Bestehen der Bundesliga und die vierte vorzeitige Trennung in der laufenden Saison. Es gab deutliche Parallelen zum Fall Jörg Berger, den Magath im Dezember 1999 beerbt hatte. Berger hatte nach einem 0:6 gegen den Hamburger SV gehen müssen, diesmal erwischte es den Eintracht-Coach nach der deftigen Vorführung durch die Kölner "Geißböcke".

Magath hatte die Situation in der Winterpause offenbar unterschätzt. "Wir haben 20 Punkte, das ist die Hälfte der Strecke. In diesem Jahr spielen wir noch neunmal zu Hause. Wenn wir da so agieren wie in der Hinserie, dann wird es reichen", hatte der Fußball-Lehrer erklärt. Magath setzte außerdem großes Vertrauen in seine Neuverpflichtungen, die er in der Winterpause unter Vertrag nehmen konnte.

In Nationalspieler Karel Rada aus Tschechien (1,5 Millionen Mark) und Tommy Berntsen aus Norwegen (3,0 Millionen Mark) sowie Ersatzkeeper Andreas Menger wurden drei Neue geholt. Allerdings trug der 41-malige Nationalspieler Rada am Samstag mit zwei kapitalen Fehlern maßgeblich zur Pleite gegen Köln bei. Berntsen konnte wegen einer Verletzung im ersten Meisterschaftsspiel des neuen Jahres

Quelle: RPO Archiv

 
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