| 18.13 Uhr

DFB-Frauen
Jones trotz Kantersiegs gegen Färöer unter Druck

DFB-Frauen feiern Kantersieg gegen Färöer
DFB-Frauen feiern Kantersieg gegen Färöer FOTO: dpa, ua sab
Mit einem Schützenfest gegen die Färöer haben die deutschen Fußballerinnen Bundestrainerin Steffi Jones vorerst aus der Schusslinie geholt. Vier Tage nach der 2:3-Heimpleite gegen Island zeigte die DFB-Auswahl in der WM-Qualifikation mit einem 11:0 (6:0) gegen den heillos überforderten Fußball-Zwerg eine angemessene Reaktion.

Tribünengast Reinhard Grindel (56) setzte Jones trotzdem unter Druck. "Die Leistungen sind in der Qualifikation nicht besser, sondern schlechter geworden", erklärte der DFB-Präsident in der Halbzeit am ARD-Mikrofon und fügte mit Blick auf das Testspiel zum Jahresabschluss gegen WM-Gastgeber Frankreich am 24. November in Bielefeld an: "Deswegen kommt es jetzt darauf an, dass wir das Gefühl bekommen, dass wir die Qualifikation schaffen können."

Alexandra Popp (12./45.+1), Tabea Kemme (15./27.), Babett Peter (30.) und Kathrin Hendrich (33.) sorgten gegen den Aufbaugegner schon vor der Pause für klare Verhältnisse. Lina Magull (48.) und Hasret Kayikci (63./75./83./89.) mit einem Viererpack erhöhten nach dem Seitenwechsel für das spielfreudige deutsche Team, das sich wie Jones mit dem jedem Treffer sichtlich mehr entspannte.

Äußerlich gelassen reagierte sie auch auf die Aussagen Grindels. "Das ist ganz normal. Es ist schön, dass er heute da war und uns unterstützt. Für uns alle ist klar, dass wir uns für die WM qualifizieren müssen. Wir haben es selbst in der Hand", sagte sie und ergänzte: "Elf Tore waren gut für die Mannschaft, damit sie Selbstvertrauen schöpft."

Mit neun Punkten aus vier Spielen eroberte der Olympiasieger auf dem Weg zur Endrunde die Tabellenführung in der Gruppe 5 zurück. Am Abend können Tschechien und Island (jeweils 6 Punkte) mit einem Sieg im direkten Duell nachziehen.

Für das erste Spiel gegen das Schafsinsel-Team überhaupt baute Jones nach der Blamage in Wiesbaden ihre Startaufstellung kräftig um. Auf sieben Positionen kam neues Personal zum Einsatz. Dabei musste Svenja Huth wegen Adduktorenproblemen beim Aufwärmen kurzfristig durch Kayikci ersetzt werden.

2207 Zuschauer sahen von Beginn an einen energischen Auftritt der Deutschen, die nach 40 Sekunden bereits hätten in Führung gehen können. Kayikci scheiterte aber an Torhüterin Monika Biskopstö.

Mit einem Abstauber aus kurzer Distanz brach Kayikcis Sturmpartnerin Popp den Bann gegen einen überforderten und nur auf Schadensbegrenzung bedachten Gegner. Ganz Führungsspielerin, schnappte die Wolfsburgerin sich sofort den Ball und lief zum Anstoßpunkt.

Erst mit einem satten Rechtsschuss aus rund 17 Metern, dann mit einem weiteren Abstauber legte Kemme nach. Praktisch jeder Eckstoß brachte die Färöer in ärgste Bedrängnis - nach dem 4:0 durch die aufgerückte Abwehrchefin und Kapitänin konnte auch Jones wieder lächeln. Auch nach dem Seitenwechsel blieb es beim Einbahnstraßenfußball, bei dem besonders Spielmacherin Magull, Linksverteidigerin Carolin Simon und Torjägerin Kayikci überzeugten.

(sid)
 
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