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Frauen-EM in den Niederlanden
Trotz Terrordrohung keine Spielabsage

Frauen-EM 2017: Trotz Terrordrohung keine Spielabsage
Das Stadion in Utrecht. FOTO: afp
Zeist. Trotz einer Terrordrohung soll das Spiel zwischen England und Schottland am 19. Juli in Utrecht bei der Frauenfußball-EM in den Niederlanden stattfinden. Das Turnier beginnt am Sonntag.

"Es ist noch nicht darüber gesprochen worden, dass das Spiel nicht stattfinden soll. Wir stehen im engen Kontakt mit den Behörden. Für eventuelle Konsequenzen ist es noch zu früh", sagte Turnierdirektor Bert van Oostveen der Tageszeitung "De Telegraaf".

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die niederländische Anti-Terror-Behörde NCTV eine Drohung der Terrormiliz IS gegen das am Sonntag beginnende Turnier prüft. Die Behörde entschied sich aber trotz der Hinweise aus einem IS-Chat, die nationale Terrorwarnstufe nicht hochzusetzen. Weiter gilt Stufe 4 von 5, was auf eine erhebliche Bedrohungslage ohne konkrete Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag verweist.

Die Meldung sorgte in den Hotels, die die englischen und schottischen Spielerinnen beherbergen, für große Aufregung. Im Kasteel Kerckebosch in Zeist, wo das schottische Team untergebracht ist, erklärte Direktor Ingmar Sloothaak: "Unser Hotel wird 24 Stunden am Tag bewacht. Die Sicherheit unserer Hotelgäste steht über allem. Aber wir sind ein Hotel, unser Sicherheitspersonal ist nicht bewaffnet." Er gehe davon aus, dass die Teams eigene Sicherheitskräfte beschäftigen.

Das englische Team hat sein Quartier in Utrecht im Hotel Mitland bezogen. Über eventuelle Sicherheitsmaßnahmen gab es keine Auskunft. "Wir hatten schon vorher von der UEFA Instruktionen erhalten, dazu keine Information herauszugeben", sagte der Hotelsprecher der Zeitung AD.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen sind auch beim Trainingskomplex "Sporting '70" in Utrecht getroffen worden. Hier wird das englische Team während der EM trainieren. "In Kooperation mit der UEFA, dem Fußballverband KNVB, der Polizei und der Stadtverwaltung ist ein Sicherheitsplan aufgestellt worden. Das Team trainiert meistens unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Rund um den Trainingsplatz stehen Absperrgitter. Der Zugang zu den Sportfeldern wird eingeschränkt. Es sind genügend Sicherheitsleute vor Ort", erklärte der Sporting'70-Vorsitzende Bart van Steen.

Ursprünglich richteten sich die englischen Sicherheitsmaßnahmen gegen aufdringliche Fans. "Die Terrordrohung führt dazu, dass wir wahrscheinlich über zusätzliche Massnahmen nachdenken", so van Steen. Der WM-Dritte aus England hatte geplant, während der EM zweimal öffentlich zu trainieren.

(sid)
 
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