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Nagelsmann begeistert von Frauen-EM
"Die heulen viel weniger rum"

Das ist Julian Nagelsmann
Das ist Julian Nagelsmann FOTO: dpa, ua nic
Windischgarsten. Julian Nagelsmann ist ein Fan der Frauen-EM. Für den Trainer des Bundesligisten 1899 Hoffenheim ist Frauenfußball ein "brutal ehrlicher Sport". Bei seiner Lobeshymne konnte er sich einen Seitenhieb auf die Absteiger aus der Männer-Bundesliga nicht verkneifen.

"Frauen heulen viel weniger rum, die liegen nie am Boden", erklärte Nagelsmann am Freitag im Trainingslager der Kraichgauer in Windischgarsten/Österreich.

"Die fransen sich aus den Schuhen raus. Im Männerfußball würde man kaum mehr spielen können, aber die... Da gibt's manchmal Grätschen, im Männerfußball denkst du: Das ist dunkelrot", sagte Nagelsmann weiter

"Bei Frauen gibt's einfach gar nichts. Die stehen auf und spielen weiter." Alleine aus "sozialen Gesichtspunkten" sehe er deshalb gerne Spiele der DFB-Auswahl derzeit bei der EM in den Niederlanden.

Was dem 29-jährigen "Trainer des Jahres 2016" noch bei den Frauen gefällt: "Die Effektivspielzeit ist, glaube ich, 85 Minuten." Beim Männerfußball? "Bei Darmstadt zu Hochzeiten 51 Minuten, bei Ingolstadt nicht mal ganz eine Halbzeit", sagte Nagelsmann in einem Seitenhieb zu den beiden Bundesliga-Absteigern der vergangenen Saison. "Im Frauenfußball spielen sie halt fast 90 Minuten Fußball."

Hoffenheim sucht noch Verstärkung

Mit dem Stand der Vorbereitung bei 1899 Hoffenheim ist Nagelsmann derweil sehr zufrieden. "Die Mannschaft ist viel, viel weiter als zum gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr", sagte der 29-Jährige. "Es gibt keinen, der sich schont. Das Gaspedal ist voll durchgedrückt."

Hoffenheim bestreitet an diesem Samstag (17 Uhr) in Wels ein Testspiel gegen den FC Genua. Nach der letzten Trainingseinheit in Oberösterreich geht es am Sonntag, an Nagelsmanns 30. Geburtstag, nach Hause. Nächste Woche stoßen dann auch die Confederations Cup-Gewinner Kerem Demirbay und Sandro Wagner sowie U21-Europameister Jeremy Toljan zur Mannschaft.

Nagelsmann bekräftigte, dass der Champions-League-Qualifikant weiter eine Verstärkung im defensiven Mittelfeld suche, nachdem Nationalspieler Sebastian Rudy zum FC Bayern München abgewandert ist: "Die Qualität muss aber stimmen. Wir werden keinen holen, der acht Wochen braucht."

Zurückhaltend äußerte sich Nagelsmann zu seiner Zukunft. Er hatte im Juni seinen Vertrag bis 2021 verlängert. "Das bedeutet für die Spieler auf jeden Fall Sicherheit, dass ich nächstes Jahr und noch ein paar Jahre in Hoffenheim bleibe", sagte der vom DFB als "Trainer des Jahres 2016" ausgezeichnete Chefcoach einerseits. Andererseits erklärte er: "Ich kann trotzdem nicht sagen, bis zu welchem Datum ich bleibe, weil ich es einfach noch nicht weiß."

(areh/dpa)
 
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