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Streit um Zeremonie
Klub spielt US-Hymne, als Fußballerinnen in Kabine sind

Klub spielt US-Hymne, als Fußballerinnen in Kabine sind
US-Nationalspielerin Megan Rapinoe (r.) war mit ihrem Team in Rio dabei. FOTO: ap, EM
Boyds. Der Streit im US-Sport über Proteste während der Hymnenzeremonie hat neue Wendungen erlebt: In der Frauenfußball-Liga (NWSL) verlegte am Mittwoch das Team Washington Spirit bei einem Heimspiel die Hymne auf die Phase, in der die Spielerinnen in der Kabine waren - und sorgte damit für den nächsten Eklat.

Die US-Nationalspielerin Megan Rapinoe von der Gästemannschaft Seattle Reign FC war zuletzt wie der American-Football-Spieler Colin Kaepernick während der Hymne vor dem Spiel nicht aufgestanden und hatte sich nicht der Fahne zugewendet.

US-Eishockey-Nationaltrainer John Tortorella drohte derweil, bei der kommenden Weltmeisterschaft Spieler auf die Bank zu setzen, sollten sie protestierten. Er glaube an das Recht, seine Meinung zu sagen, erklärte er. "Aber die Fahne und die Hymne dort reinzuziehen, das geht nicht", sagte Tortorella dem TV-Sender und Onlineportal ESPN.

Washington rechtfertigt sich

Das NWSL-Team Washington Spirit begründete sein Hymnen-Manöver: "Jemandem wissentlich zu erlauben, diese Tradition, die Millionen Amerikanern und vielen unserer Fans und Freunde so viel bedeutet, zu hijacken, wäre so respektlos gewesen, wie es selber zu machen", teilte der Klub mit.

"Es war unglaublich geschmacklos, vier Tage vor einer der schlimmsten Katastrophen dieses Landes zu sagen, dass ich das Event hijacken wollte", sagte Megan Rapinoe mit Bezug auf den Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 der "Washington Post".

Zuvor hatte die 31 Jahre alte Mittelfeldspielerin für eine "rücksichtsvollere, zweiseitige Diskussion über Rassenprobleme in diesem Land" gefordert. Sie finde "die Art und Weise, wie Kaepernick behandelt wurde und wie viele Medien darüber berichtet haben, wirklich ziemlich widerlich".

(sb/dpa)
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