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Letzter Test vor Olympia
Generalprobe gegen Ghana läutet Gold-Mission ein

Das ist Silvia Neid
Das ist Silvia Neid FOTO: afp, mp
Paderborn. Vor dem Abflug nach Brasilien überprüfen die DFB-Frauen bei der Olympia-Generalprobe gegen Ghana noch einmal ihre Form. Für Silvia Neid ist der letzte Test vor der "Mission Gold" zugleich das letzte Heimspiel als Bundestrainerin.

Eine Woche vor dem Abflug zur "Mission Gold" testen die deutsche Fußballerinnen ihre Olympiaform. Das Duell mit Ghana am Freitag (18.00 Uhr/ARD) in Paderborn ist für die DFB-Auswahl nach vier Wochen Vorbereitung die perfekte Generalprobe für das erste Gruppenspiel bei den Sommerspielen in Brasilien.

"Ich bin sehr froh, dass wir jetzt gegen Ghana spielen, weil sie Simbabwe ähneln", sagte Bundestrainerin Silvia Neid mit Blick auf den ersten Olympia-Gegner am 3. August in Sao Paulo: "Sie sind unheimlich schnell, spielen typisch afrikanisch: Robust und kompromisslos."

Für die 52-Jährige ist die 163. Begegnung als Cheftrainerin zugleich das letzte Heimspiel. Nach dem Olympia-Turnier hört Neid auf eigenen Wunsch auf und übergibt das Zepter an Steffi Jones. Wehmut verspürt sie nach 34 Jahren Nationalmannschaft, erst als Spielerin, dann als Co- und Bundestrainerin, nicht: "Ich denke selten daran, dass es bald vorbei ist. Ich versuche aber, alles mehr zu genießen. Und die Vorfreude auf Olympia steigt stetig."

Beim Turnier mit zwölf Teams in Brasilien, bei dem in Gruppe F auch die dicken Brocken Australien (6. August/Sao Paulo) und Kanada (9. August/Brasilia) warten, soll nach bislang dreimal Olympia-Bronze (2000, 2004, 2008) eine andere Medaillenfarbe her. "Unser Ziel ist es, Gold zu gewinnen, aber es wird ein heißer Fight", sagte Neid, die ihr 18-köpfiges Aufgebot (plus vier Ersatzspielerinnen) seit dem 21. Juni in vier Lehrgängen vorbereitet hat.

"Ich bin bislang sehr zufrieden", lautete ihr Zwischenfazit: "Jetzt werden die Umfänge immer mehr reduziert. Es geht mehr um Qualität, um die Müdigkeit aus den Knochen zu bekommen und auf den Punkt topfit zu sein."

Die Spielerinnen fiebern dem Erlebnis Olympia entgegen. Am 29. Juli macht sich der Tross von Frankfurt/Main auf den Weg nach Sao Paulo. "Wir können es kaum erwarten. Ich bin schon gespannt, was uns erwartet", sagte Lena Goeßling nach der offiziellen Einkleidung am Montag in Hannover.

Für die Mittelfeldspielerin, die wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel geschont wird, sind es die ersten Sommerspiele. Olympische Anekdoten wie vom Treffen mit Dirk Nowitzki im Deutschen Haus nach dem kleinen Finale in Peking schüren die Vorfreude noch. Ein Drittel des Aufgebots war schon bei der bislang letzten Olympia-Teilnahme vor acht Jahren dabei.

Vor dem ersten Duell mit Ghana überhaupt wird es auf dem Rasen in Paderborn noch eine Abschiedszeremonie geben - allerdings nicht für Neid, sondern für Nadine Keßler. Die Weltfußballerin von 2014, die im April wegen anhaltender schwerer Knieprobleme im Alter von nur 28 Jahren ihre Karriere beenden musste, wird offiziell verabschiedet.

(sid)
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