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Neue Bundestrainerin vorgestellt
Jones will keine Kopie von Neid sein

DFB stellt Steffi Jones als neue Bundestrainerin vor
DFB stellt Steffi Jones als neue Bundestrainerin vor FOTO: afp
Frankfurt/Main. Souverän, selbstbewusst und sofort mit einem großen Ziel: Bei ihrem ersten Auftritt als neue Fußball-Bundestrainerin nahm Steffi Jones nur fünf Tage nach dem Gold-Triumph von Rio de Janeiro gleich den nächsten Titel ins Visier. "Wenn wir etwas machen, dann richtig. Und deshalb wollen wir bei der EM nächstes Jahr auch den Titel", sagte die 43-Jährige am Mittwoch in Frankfurt/Main.

Im Saal 8 des Steigenberger Hotels am Frankfurter Flughafen stellte die Nachfolgerin von Silvia Neid an der Seite ihrer Co-Trainer Verena Hagedorn und Markus Högner ihr sportliches Konzept in einer 40-minütigen Präsentation vor. Ihr Ziel: Mit dominantem, taktisch flexiblem Fußball "weiter erfolgreich sein, weiter Titel gewinnen und Trendsetter sein".

Neids große Fußstapfen mit vier Titeln in elf Jahren machen der 111-maligen Nationalspielerin keine Angst. "Ich weiß, was ich kann, und ich hätte die Aufgabe nicht übernommen, wenn ich gedacht hätte, dass ich sie nicht meistern werde", sagte Jones: "Für mich wird ein Traum wahr. Ich will nicht in Silvias Fußstapfen treten, sondern die Arbeit erfolgreich fortführen, mit meiner Handschrift als Steffi Jones."

Unter dem Motto "Wir wollen gemeinsam zum Erfolg" sollen fußballerisch und hinter den Kulissen neue Wege beschritten werden. So wird die medizinische Abteilung aufgestockt. "Wir werden nicht alles anders machen, aber einige Sachen verändern", sagte die Fußballlehrerin Jones, die anders als ihre Co-Trainer in roten DFB-Shirts im weißen Blazer und grauer Jeans ins Rampenlicht trat.

Dabei setzt die frühere Innenverteidigerin auch auf einen verbesserten Austausch mit den Bundesligisten. Den Trainern hatte Jones vor der Pressekonferenz drei Stunden lang ihr Konzept erläutert - die Hoffnungen sind nach Reibungsverlusten in der Vergangenheit groß. "Es muss ein Miteinander sein, ein offener Austausch, in dem auch kritische Dinge angesprochen werden", sagte Meister-Trainer Thomas Wörle von Bayern München. Gerade Högner als langjähriger Coach der SGS Essen soll als Bindeglied fungieren.

Ihre ersten Auftritte als Chefin an der Seitenlinie gibt Jones am 16. und 20. September bei den EM-Qualifikationsspielen in Russland und Ungarn - mit dem EM-Ticket in der Tasche darf experimentiert werden. Anschließend stehen in diesem Jahr im Oktober und November noch drei weitere Länderspiele auf dem Programm, im Frühjahr voraussichtlich die erneute Teilnahme am SheBelieves-Cup in den USA.

"Das sind alles Vorbereitungsspiele für die EM, wir werden jedes Spiel nutzen, um den Kader zu finden", sagte Jones, die seit vergangenem Herbst als Neids Co-Trainerin erste Praxiserfahrung gesammelt hatte. Die Mission Titelverteidigung in den Niederlanden beginnt am 16. Juli.

Die jüngsten Rücktritte der langjährigen Stammkräfte Saskia Bartusiak, Annike Krahn und Melanie Behringer nimmt sie als Ansporn für die Verjüngung des Teams: "Die Rücktritte sind natürlich schade, es sind charakterlich tolle Spielerinnen und Leistungsträgerinnen, die uns fehlen werden. Aber dadurch entsteht die Möglichkeit, jüngere Spielerinnen zu integrieren. Die Lücke wird geschlossen." Eine Nachfolgerin für Bartusiak als Spielführerin wird Jones beim ersten Lehrgang im September benennen: "Ich weiß schon, wer dafür infrage kommt."

(seeg/sid)
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