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EM-Qualifikation
DFB-Frauen wollen sich freiwillig abstrampeln

Bilder: 12:0: DFB-Frauen zerlegen Ungarn
Bilder: 12:0: DFB-Frauen zerlegen Ungarn FOTO: dpa, hsc jai
Frankfurt/Zagreb. Nach dem Kantersieg zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Ungarn (12:0) hoffen die deutschen Fußballerinnen fast schon auf mehr Gegenwehr am Dienstag in Kroatien. Die Hoffnung ist allerdings sehr vage.

Bei der Einheit auf den Hotel-Heimtrainern haben sich die deutschen Fußballerinnen wohl zum letzten Mal in Kroatien abgestrampelt - auch wenn Silvia Neid im zweiten EM-Qualifikationsspiel mehr Gegenwehr als beim Schützenfest zum Auftakt gegen Ungarn (12:0) erwartet. "Die Kroatinnen stehen viel besser in der Defensive und haben auch bessere Einzelspielerinnen", sagte die Bundestrainerin vor der Partie am Dienstag in Zagreb (18 Uhr/ARD).

Als Beweis für ihre These führt Neid das bisher letzte Heimspiel gegen die Kroatinnen Ende Oktober 2013 in Frankfurt/Main ins Feld. Damals gewann der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister, der immer noch den enttäuschenden vierten Platz bei der zurückliegenden WM-Endrunde als Bürde mit sich herumschleppen muss, in der WM-Qualifikation nach einer torlosen ersten Hälfte "nur" mit 4:0.

Das ist Silvia Neid FOTO: afp, mp

"Da haben wir uns richtig schwer getan. Wenn man nicht richtig konzentriert zu Werke geht, kann das auch nach hinten losgehen", äußerte Neid. Die scheidende Bundestrainern, die ihr Amt nach den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Rio (5. bis 21. August) an ihre Assistentin Steffi Jones abgibt, verschweigt dabei allerdings ein kleines Detail: Nur einen Monat nach dem 4:0 gewannen die Deutschen in Kroatien mit 8:0 (3:0).

Neid wünscht sich fast schon, dass ihre Schützlinge diesmal mehr gefordert werden. "Für die Favoriten bringen solche Duelle sicherlich nichts, außer Selbstvertrauen", sagte die 51-Jährige über die nach wie vor eklatanten Klassenunterschiede im internationalen Frauenfußball. In der Qualifikations-Gruppe 5 steht die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wieder einmal vor einem Durchmarsch - diesmal Richtung Endrunde 2017 in den Niederlanden.

"Für die Weiterentwicklung der Favoriten sind diese Spiele nicht gut", monierte Neid, die gegen Kroatien auf Stürmerin Lena Petermann (leichte Gehirnerschütterung) verzichten muss, nach dem Ungarn-Spiel. Mit Blick auf Rio braucht das deutsche Team, das nach der WM die Abschiede von Spielführerin Nadine Angerer und Torjägerin Celia Sasic verkraften musste, mehr Begegnungen auf Augenhöhe.

Angerer feiert emotionalen Abschied in Portland FOTO: dpa, sfw nic

Daher wurde nach den weiteren Quali-Spielen im Oktober gegen Russland und die Türkei im November noch die Neuauflage des WM-Spiels um Platz drei gegen England in Duisburg angesetzt. Dann können auch Saskia Bartusiak (Spielführerin) und Almuth Schult (Torhüterin) beweisen, ob sie wirklich die Richtigen für ihre neuen Ämter sind.

Das muss Jones, die noch nie als Chefin auf der Trainerbank gesessen hat, spätestens in einem Jahr. Laut Neid ist ihre 42 Jahre alte Nachfolgerin auf einem guten Weg: "Steffi macht sich sehr gut. Wir führen viele Gespräche und diskutieren viel. Sie hat auch schon mal eine Gruppe trainiert." 

(sid)
 
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