Kommentar: Frauenfußball bleibt am Rand
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 16.09.2011 - 09:10Düsseldorf (RP). Wahrscheinlich gibt's nun wieder den großen Aufschrei: Die bösen Medien sind schuld daran, dass der Frauenfußball weiter ein Dasein als Nischensport führen muss. Und zum Beweis werden einige auf die ARD zeigen, die eine Beförderung des Qualifikationsspiels gegen die Schweiz ins Abendprogramm ablehnte.
Der Sender hat dabei nur das Publikumsinteresse hochgerechnet. Ein wichtiger Indikator ist die Zahl der fürs Augsburger Stadion verkauften Karten. 5000 Tickets sind im Vorverkauf abgesetzt, eine ausverkaufte Arena gibt es mit Sicherheit nicht. Der ganz große Boom ist folglich durch die WM nicht ausgelöst worden. Das zeigt sich besonders an einem Spieltermin, der in Konkurrenz zur Männer-Bundesliga steht. Wer die Wahl hat, der geht zu den Männern.
Den Deutschen Fußball-Bund wird das ebenso wenig überraschen wie die ARD. Der DFB weiß, dass er den Frauenfußball nur mit einer Politik der kleinen Schritte ein wenig mehr in die Öffentlichkeit führen kann. Und er weiß auch, dass es für das Interesse an dieser Spielart des Fußballs Grenzen gibt.
Gegen so viel Sinn für die Wirklichkeit haben nur jene etwas, die Interesse aus so genannter politischer Korrektheit verordnen wollen. Nachhaltig kann das nicht sein.
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