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Nach Sieg der DFB-Mädels: DFB kämpft um die WM 2011

zuletzt aktualisiert: 02.10.2007 - 14:17

Frankfurt/Main (RPO). Nur einen Tag nach dem rauschenden Empfang der Weltmeisterinnen vor 15.000 Fans auf dem Römerberg in Frankfurt blickt der DFB nach vorne - und ist optimistisch, dass die WM 2011 nach Deutschland vergeben wird.

DFB-Boss Zwanziger hatte großes Glück.  Foto: ddp, ddp
DFB-Boss Zwanziger hatte großes Glück. Foto: ddp, ddp

"Wenn wir den Zuschlag für die Weltmeisterschaft 2011 bekommen, wäre der Durchbruch für den Frauen- und Mädchenfußball endgültig geschafft. Wir sind auf einem guten Weg und könnten das Turnier toll ausrichten", erklärte Zwanziger mit Blick auf die WM-Vergabe des Weltverbandes FIFA am 30. Oktober in Zürich. Auch Spielmacherin Renate Lingor (Frankfurt) glaubt an einen möglichen Boom. "Mit der WM vor Augen gäbe es einen vierjährigen Schub nach vorn."

Vier Wochen vor der Entscheidung in der Schweiz haben die Spielerinnen ihren Teil zum möglichen Herbstmärchen 2011 jedenfalls beigetragen. "Ich denke, dass uns diesbezüglich der Gewinn des Titels helfen wird", meinte DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, der maßgeblich an der Erstellung der Bewerbungsunterlagen beteiligt ist.

Allerdings mahnte der erfahrene Funktionär davor, sich auf den "goldenen" Lorbeeren auszuruhen und läutete deshalb im Römer die Schluss-Etappe auf dem Weg nach Zürich ein. Schmidt: "Wir müssen die Stimmen, die wir brauchen, weiter bewerben. Wichtig wird auch sein, am Tag vor der Vergabe eine klasse Präsentation zu zeigen, so wie bei der Männer-WM 2006."

Schmidt ist optimistisch

Der DFB-Generalsekretär strahlt vor dem Showdown große Zuversicht aus. Man stehe in guter Verbindung zu den Exekutivmitgliedern. Außerdem wertete Schmidt die Aussage von FIFA-Boss Joseph S. Blatter ("Deutschland steht in einer gewissen Favoritenrolle") als "gutes Zeichen". Konkurrenten im Kampf um den den Zuschlag sind Kanada, Australien und Peru.

Das mögliche "Gesicht der WM 2011" hatte am Montagabend nach der Rückkehr aus China ganz andere Sorgen. Weltklasse-Torhüterin Nadine Angerer, gezeichnet vom Partymarathon, bekam in Frankfurt einen ersten Eindruck vom aktuellen Trubel um ihre Person.

Doch die Keeperin von Turbine Potsdam stand geduldig Rede und Antwort, wollte aber noch nicht so recht an ihren Trainingsauftakt am Freitag denken. "Erst wenn ich mit meinen Freunden in Berlin gefeiert habe und wieder aufwache, mache ich mir Gedanken um die Zukunft", erklärte "Natze" Angerer und nahm die Bundesliga in die Pflicht: "Wir als Nationalmannschaft können nur den Weg vorgeben. Es liegt an der Liga, etwas daraus zu machen."

Manager Siegfried Dietrich vom deutschen Meister 1. FFC Frankfurt beispielsweise will die Zusammenarbeit mit dem DFB weiter forcieren, die Nachwuchsarbeit intensivieren und hält eine Professionalisierung der Vereine für unabdingbar. "Wir beim FFC wollen bis zur WM 2011 zum Halbprofitum übergehen, damit die Spielerinnen vom Fußball leben können", reagierte Dietrich auf die Angerer-Forderung.

Prinz bei "Wetten, dass...?"

Ungeachtet der Planungen ist der Marketingprofi davon überzeugt, dass der Frauenfußball schon jetzt "eine neue Dimension" erreicht hat. Sturmphänomen Birgit Prinz erhielt mittlerweile eine Einladung für die quotenstarke ZDF-Sendung "Wetten, dass...?" am Samstag. Angerer soll neben drei weiteren TV-Auftritten am Freitag in der NDR-Talkshow zu Gast sein.

Trotz der Freude über die gestiegene Popularität warnte Prinz vor den sportlichen Konsequenzen. "Wir müssen sehen, dass wir langsam wieder runterkommen und uns auf die Bundesliga konzentrieren", meinte die dreimalige Weltfußballerin aus Frankfurt, der Fans ein T-Shirt mit der Aufschrift "Birgit für Jogi" überreichten.

Mit einem Auftritt in der Männer-Nationalmannschaft liebäugelt Prinz aber gar nicht - und das ist nach Meinung ihrer Auswahlkollegin Melanie Behringer auch gut so. "Wir sind glücklich darüber, dass wir inzwischen nicht mehr mit den Männern verglichen werden. Wir werden als eigenständige Mannschaft akzeptiert, jetzt endlich", konstatierte Behringer. Der Freiburgerin bleibt wie dem Rest des Weltmeisterteams kaum Zeit zum Verschnaufen. Am Wochenende wird die Bundesligasaison fortgesetzt und am 28. Oktober steht bereits das EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien in Lübeck an.

Quelle: sid

 
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