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Entschlossen, hungrig, selbstbewusst
DFB-Frauen heiß auf "Kampf" gegen Frankreich

Bilder: Deutschland fertigt Schweden 4:1 ab und steht im Viertelfinale
Bilder: Deutschland fertigt Schweden 4:1 ab und steht im Viertelfinale FOTO: dpa, crj lof
Montreal. Damit der Titeltraum nicht wieder im Viertelfinale platzt, müssen die selbstbewussten deutschen Fußballerinnen den großen Mitfavoriten Frankreich aus dem Weg räumen.

Den Hallen-Hexenkessel im frankophilen Montreal zum Schweigen bringen, mit Power-Fußball einen der größten WM-Widersacher bezwingen und so den Titeltraum am Leben halten: Der Masterplan der deutschen Fußballerinnen für die Herkulesaufgabe im Viertelfinale gegen den Mitfavoriten Frankreich am Freitag (22.00 Uhr/ZDF und Eurosport) steht.

Nach dem starken Achtelfinale gegen Schweden (4:1) und mit dem Olympia-Ticket in der Tasche geht die DFB-Auswahl entschlossen und voller Selbstvertrauen in das endspielwürdige Duell mit der titelhungrigen Nummer drei der Welt. "Das wird ein Kampf, und wir wollen direkt zeigen, wer der Chef im Ring ist", sagte Simone Laudehr. Lena Goeßling schickte eine Kampfansage in Richtung Equipe Tricolore: "Wir wollen Frankreich keine Luft zum Atmen geben."

Damit sprachen die beiden Mittelfeldspielerinnen Bundestrainerin Silvia Neid aus der Seele, die einen Auftritt mit "Präsenz und Leidenschaft" forderte: "Es wird entscheidend sein, dass wir Frankreich nicht ins Spiel kommen lassen. Wenn sie ihr Kombinationsspiel aufziehen können, wird es ganz schwer gegen sie." Und im Halbfinale wird es nicht gerade leichter - hier droht das Duell mit dem zweimaligen Titelträger USA.

So hübsch sind die Spielerinnen der WM

Die Aufstellung gegen Frankreich:

DFB-Frauen grüßen bei Instagram

Dank der Qualifkation für Rio 2016 sei zwar "der erste Druck schon mal abgefallen", sagte Alexandra Popp, doch das war für den zweimaligen Welt- und Europameister nur das erste Etappenziel: "Priorität Nummer eins ist der WM-Titel." Zumindest gilt es nun als sicher, dass Neid selbst bei einem K.o. gegen "Les Bleues" nicht vorzeitig den Posten für Nachfolgerin Steffi Jones räumen, sondern ihren Vertrag bis nach den Sommerspielen wie geplant erfüllen wird.

2011 war bei der Heim-WM in der Runde der letzten Acht gegen den späteren Weltmeister Japan Endstation. Vier Jahre später ist die deutsche Mannschaft breiter aufgestellt als vielleicht jemals zuvor. Vor allem aber hat sich das Binnenklima verändert. "Unser Mix harmoniert super. Wir haben viel Spaß, lachen viel", sagte Popp, die den EM-Triumph 2013 in Schweden verletzungsbedingt verpasst hatte und seit ihrer Rückkehr ins Team auch mehr Kommunikation des Trainerteams mit der Mannschaft registriert.

In der frankophonen Millionenmetropole müssen sich die Deutschen auch auf ein "Heimspiel" für die Französinnen einstellen. Doch das soll nur noch mehr Motivation geben. "Umso schöner ist es doch, wenn man ein Tor schießt und es wird immer leiser", sagte Laudehr, und Popp ergänzte: "Das ist auch mal ganz cool, wenn ein ganzes Stadion gegen einen ist. Das kann einen pushen."

Insiderinformationen über den hochgehandelten WM-Vierten von 2011, der in der Vorbereitung neben Deutschland auch die USA, Brasilien und Kanada besiegte, können vor allem die Paris-Legionärinnen Annike Krahn und Josephine Henning geben. "Das kann helfen - wobei sie mich natürlich auch kennen", sagte Krahn, neben der in der Innenverteidigung wohl Babett Peter für die gelbgesperrte Saskia Bartusiak aufläuft.

Eine Umstellung wird auch der "Hallenfußball" im überdachten Olympiastadion. "Mit dem Kunstrasen hat das schon was von Indoor-Soccer", sagte Celia Sasic, für die das Spiel als Halbfranzösin ohnehin einen besonderen Beigeschmack hat. Außerdem feiert die Torjägerin am Tag danach ihren 27. Geburtstag - und den will sie auf keinen Fall im Flugzeug nach Hause verbringen.

(sid)
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