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Frankreichs Sehnsucht nach Erfolg
Der goldenen Generation läuft die Zeit davon

Frankreich landet Auftaktsieg gegen England
Frankreich landet Auftaktsieg gegen England FOTO: afp, FF/eh
Die technisch und taktisch hervorragend ausgebildeten Französinnen gelten schon seit Jahren als eines der besten Teams der Welt. Auf Titel oder Medaillen warten Les Bleues bislang aber vergeblich.

Der Respekt der Französinnen vor den deutschen Fußballerinnen ist ohne Frage noch immer groß. "Wir sind Weltranglistendritter. Das ist gut, aber es ist nichts im Vergleich zu den deutschen Erfolgen", sagte Verteidigerin Jessica Houara D'Hommeaux vor dem WM-Viertelfinale am Freitag (22 Uhr/ZDF und Eurosport): "Wir kommen näher, aber Deutschland ist eine Dampfwalze."

Dabei gelten die technisch und taktisch hervorragend ausgebildeten Französinnen schon seit Jahren als eines der besten Teams der Welt. Auf Titel oder Medaillen warten Les Bleues bislang aber vergeblich - und den Top-Stars wie Laura Georges (30), Camille Abily (30) oder Louisa Necib (28), die den Aufstieg der Equipe Tricolore in die Weltspitze maßgeblich mitprägten, läuft langsam aber sicher die Zeit davon. "Es gibt Spielerinnen, die im Herbst ihrer Karriere sind. Für sie heißt es nun: jetzt oder nie", sagte Nationaltrainer Philippe Bergeroo.

2011 in Deutschland belegten Les Bleues den vierten Platz, auch bei Olympia 2012 in London verpassten sie das Podest denkbar knapp um einen Rang. Nun, vier Jahre vor der WM im eigenen Land, wäre ein besseres Abschneiden Gold wert, um die aufkeimende Frauenfußball-Begeisterung in der Grande Nation zu befeuern. Und die lässt sich an Zahlen ablesen: 2,8 Millionen TV-Zuschauer verfolgten in der Heimat das souveräne 3:0 im Achtelfinale gegen Südkorea.

Bilder: Erste Schlappe für Mitfavorit Frankreich FOTO: afp, FF/ljm

Großes Plus des erfahrenen Teams ist der eingespielte und erfahrene Kern der Mannschaft. Zehn Spielerinnen des 23er-Kaders stammen vom französischen Serienmeister Olympique Lyon, sieben vom Champions-League-Finalisten Paris St. Germain. Dennoch startete der hochgehandelte Titelanwärter nicht reibungslos in die Endrunde in Kanada.

In der Vorrunde setzte es neben Siegen über England (1:0) und Mexiko (5:0) eine sensationelle 0:2-Niederlage gegen Außenseiter Kolumbien. Im Achtelfinale gegen Südkorea dagegen wurde der Titelanwärter seiner Favoritenrolle schon eindrucksvoller gerecht.

So hübsch sind die Spielerinnen der WM

Deutschland ist aber alles andere als der Lieblingsgegner. Bei einem großen Turnier haben Les Bleues noch nie gegen die DFB-Auswahl gewonnen. Selbstvertrauen gibt aber nicht zuletzt das Testspiel in Offenbach im Oktober, das Frankreich völlig verdient mit 2:0 für sich entschied.

"Dieses Viertelfinale wird im Kopf entschieden", glaubt Bergeroo nun: "Es wird für beide Seiten ein schwieriges Spiel. Und der Druck lastet nicht auf uns." Ob das die Spielerinnen im Herbst ihrer Karriere wirklich auch so empfinden, darf aber bezweifelt werden.

(sid)
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