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1:1 gegen Norwegen
"Übertrieben warmer" Kunstrasen macht DFB-Team zu schaffen

Deutschland und Norwegen trennen sich remis
Deutschland und Norwegen trennen sich remis FOTO: dpa, cs
Ottawa/Winnipeg. Nach dem 1:1 gegen Norwegen und vor dem Wettschießen um den Gruppensieg mussten die deutschen Fußballerinnen nach Winnipeg umziehen.

In Winnipeg wollten die deutschen Fußballerinnen erst einmal baden gehen. Nach dem Umzug und dem zweieinhalbstündigen Flug von Ottawa gen Westen stand für das DFB-Team am Freitag Regeneration im Schwimmbad des Team-Hotels Delta an. Die Abkühlung hatten sich die Spielerinnen nach der Hitzeschlacht im zweiten WM-Spiel gegen Norwegen verdient.

Erst zeigte die deutsche Mannschaft 45 Minuten Power-Fußball aus dem Bilderbuch, dann schaltete sie in der zweiten Hälfte, wie Nadine Angerer monierte, "einen Gang zurück". Der erste Erklärungsversuch der Spielführerin nach dem 1:1 (1:0): "Unser Spiel ist sehr kraftraubend, und auf so einem Boden natürlich doppelt und dreifach."

"Irgendwann glühen die Füße"

Der mit Unmengen schwarzem Granulat bestreute "stumpfe und harte" Kunstrasen im Lansdowne Stadium wurde bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad "übertrieben warm", klagte auch Alexandra Popp: "Irgendwann fangen deine Füße an zu glühen."

Und weil vorne viele toll herausgespielte Torchancen ins Leere liefen, wurde dem zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister das laufintensive Pressing der ersten Hälfte am Ende zum Verhängnis. Die frühe Führung durch Anja Mittag (6.) glich Maren Mjelde (61.) mit einem direkt verwandelten Traum-Freistoß aus 17 Metern in den Winkel aus.

Die höchsten Siege in der Geschichte der Frauen-WM

"Den macht sie so aber auch nur einmal im Jahr", sagte Popp. Angerer zog ihren Hut vor der Schützin: "Ich dachte mir: Der ist nicht schlecht. Springen kann ich mir auch sparen. Das wäre verschwendete Energie gewesen. Der war einfach grandios geschossen."

Bundestrainerin Silvia Neid betonte, den gewünschten Power-Fußball könne das Team auch über 90 Minuten durchziehen, "aber man muss mental stark bleiben, braucht gute Aktionen und muss hart arbeiten". Die 51-Jährige zog aber ein positives Fazit: "Ich fand uns insgesamt besser als Norwegen."

Auch im Fernduell besser sein als die punktgleichen Norwegerinnen - das ist die Marschroute für das abschließende deutsche Gruppenspiel am Montag (22 Uhr/ZDF und Eurosport) gegen Außenseiter Thailand. Denn da sich die Skandinavierinnen zeitgleich gegen die Elfenbeinküste beim besten Willen auch keine Blöße geben werden, entscheidet bei Punktgleichheit als erstes Kriterium die Tordifferenz über die Platzierung.

In Staffel B hat Deutschland nach dem 10:0-Auftakt gegen die Ivorerinnen derzeit die Nase um sechs Treffer vorn. "Natürlich wollen wir gewinnen und viele Tore schießen. Was Norwegen macht, werden wir dann sehen", sagte Celia Sasic. Even Pellerud warf die Flinte schon vor dem Wettschießen ins Korn: "Es ist unrealistisch, dass wir das aufholen", sagte der Norwegen-Coach.

Der Gruppensieger gewinnt den Vorteil einer weniger strapaziösen Reiseroute. Statt vom Achtelfinale in Ottawa mal eben über 4000 km an die Westküste nach Vancouver fliegen zu müssen, stünden dann Viertel- und Halbfinale im nur 200 km entfernten Montreal auf dem Programm.

Das würde sicherlich auch Angerer gefallen. Die Torhüterin hat so ihre ganz eigenen Probleme mit dem Ein- und Auspacken ihres Reisegepäcks: "Ich habe keinen Bock zu packen, es wird wieder eine Tortur, den Koffer zuzukriegen. Das ist ein Phänomen bei mir. Ich habe nichts eingekauft und trotzdem wird es von Mal zu Mal schwerer."

(sid)
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