Mega-Party in Frankfurt: Frenetischer Empfang für unsere Heldinnen
zuletzt aktualisiert: 01.10.2007 - 18:08Frankfurt/Main (RPO). Die Spielerinnen sangen, die Fans jubelten den deutschen WM-Heldinnen zu. Nach der Rückkehr unserer Weltmeisterinnen verwandelte sich der Römerberg in Frankfurt/Main in eine einzige Party-Meile. Gut 26 Stunden nach dem 2:0-Finalsieg gegen Brasilien bei der WM in China sind die deutschen Frauen wieder auf deutschem Boden gelandet.
Die frenetischen Zuschauer zählten die letzten zehn Sekunden bis zum großen Auftritt herunter und machten zusammen mit der Mannschaft mehrere La Olas. 14 Minuten später lagen sich Spielerinnen, DFB-Präsident Theo Zwanziger sowie die Fans unter dem Balkon zum Queen-Klassiker "We are the Champions" glückseelig in den Armen und schmetterten den Song aus vollen Kehlen mit.
"Ich bin überwältigt"
"Ich bin total überwältigt und freue mich, dass hier soviele Menschen hergekommen sind. Wir werden jetzt ein bisschen zusammen feiern", rief die sichtlich gerührte DFB-Trainerin Silvia Neid und kam dann trotz eines Mikros und riesigen Lautsprechern nicht mehr gegen den Minuten anhaltenden Jubel der Fans an.
Es folgten weitere Wellen der Spielerinnen und Zuschauer. "Der Empfang auf dem Balkon ist ein Hammergefühl. Das erlebt man nur einmal im Leben. Ich habe das noch gar nicht realisiert", sagte Melanie Behringer vom SC Freiburg, die nach der Landung in Frankfurt die deutsche Fahre aus dem Cockpit gehalten hatte.
Die Begeisterung über den 2:0-Finalsieg gegen Brasilien am Sonntag, die erstmalige direkte Wiederholung eines WM-Titels, ein Turnier ohne Gegentor (21:0) und der damit verbundene Weltrekord für Torhüterin Nadine Angerer (Turbine Potsdam) kannte bei allen Beteiligten und Fans keine Grenzen.
"Humba, Humba, täterä" oder "So sehen Sieger aus" schallte es aus tausenden Kehlen. Um 19.53 Uhr folgte schließlich der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt - für zwölf Weltmeisterinnen sogar zum zweiten Mal nach dem WM-Triumph 2003 in den USA.
Hinter dem DFB-Tross lag zu diesem Zeitpunkt bereits ein beispielloser Partymarathon. "Die Nacht war lang oder auch kurz. Ich habe mit der Mannschaft gefeiert, mir aber auch ein bisschen Zeit für mich genommen und den Moment genossen", sagte Spielführerin Birgit Prinz vom 1. FFC Frankfurt. Weltrekord-Torhüterin Angerer, die mit 540 WM-Minuten ohne Gegentreffer den bisherigen Rekordhalter Walter Zenga abgelöst hatte, waren die Strapazen der langen Nacht deutlich anzusehen.
"Wir waren spät im Hotel, dann gab es ein Abendessen und die 'blaue Stunde'. Die Party begann gegen zwei Uhr und dauerte bis zur Abfahrt zum Flughafen", berichtete Angerer in der ARD und fügte an: "Ich war natürlich wie immer eine der Letzten."
Angeführt von DFB-Trainerin Silvia Neid, die einen riesigen Blumenstrauß in der Hand hielt, und Prinz, den WM-Pokal lässig in der rechten Hand, verließ das DFB-Team 20 Minuten nach der Landung am Rhein-Main-Flughafen um exakt 18:21 Uhr den Lufthansa-Jumbo "Sachsen" aus Schanghai über die Gangway und wurde auf dem Rollfeld von einem großen Komitee in Empfang genommen.
Löw erster Gratulant
Bundestrainer Joachim Löw stand als erster Gratulant am Ende der Treppe und begrüßte im Blitzlichtgewitter der Fotografen und eingefangen von mehreren Kamerateams jede Weltmeisterin mit einem Küsschen links und rechts. "Ich habe am Sonntag die Bundesliga einfach mal sausen lassen und das Spiel der deutschen Frauen genossen. Ich bin begeistert von ihrem Spiel und dem Tempo", sagte der Chefcoach der deutschen Männer-Nationalmannschaft. Gleichzeitig knipste die ehemalige DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer, die das deutsche Frauenteam 2003 zum ersten WM-Titel geführt hatte, eifrig Erinnerungsfotos.
Um 18:01 setzte die Maschine LH 729 auf dem Flughafen Frankfurt nach einem elfstündigen Flug auf, 34 Minuten früher als erwartet. Vom Frankfurt Airport aus ging es für das Team in einem von einer Polizei-Eskorte begleiteten Bus 17 km in die Innenstadt der Bankenmetropole zum offiziellen Empfang im Rathaus am Römerberg. Neben Frankfurts Sportdezernentin Daniela Birkenfeld, die die in den USA weilende Oberbürgermeisterin Petra Roth vertrat, waren auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch, Innenminister Volker Bouffier sowie die Sozial- und Familienministerin Silke Lautenschläger anwesend.
Und natürlich auch die Ex-Nationalspielerinnen Steffi Jones und Nia Künzer, die im WM-Finale 2003 in Carson/USA das Golden Goal zum 2:1 gegen Schweden erzielt hatte.
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