Fußball-WM der Frauen: Jones will den Kaiser als Wettergott
zuletzt aktualisiert: 08.11.2010 - 11:18Frankfurt/Main (RPO). Gerade erst war der Kaiser im Ballsaal der Alten Oper offiziell zur Legende des Sports ernannt worden, da stellte Steffi Jones Franz Beckenbauer bereits den nächsten Job in Aussicht: Wettergott der Frauenfußball-WM 2011 (26. Juni bis 17. Juli) im eigenen Land.
"Wenn ich kurz vor dem Turnier merke, dass die Witterung nicht stimmt, dann muss es die Lichtgestalt Franz richten. Notfalls schicke ich ihn zum Papst", sagte WM-OK-Chefin Jones, die beim 29. Sportpresseball in Frankfurt am Main wieder einmal erfolgreich Werbung für "das" Sportereignis des Jahres 2011 betrieb.
Als Tischnachbarin von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und dessen Gattin Stephanie machte Jones dem Politikerpaar die WM zwischen kanadischer Riesengarnele und Stachelbeer-Chilli-Confit schmackhaft. "Das wird großartig. Ich freue mich schon jetzt darauf und hoffe, dass ich zu den Spielen kommen kann", meinte zu Guttenberg und stieß im Blitzlichtgewitter mit Jones und einem kühlen Blonden an.
Beckenbauer freute sich derweil über seine Legenden-Auszeichnung, die er nach Handball-Bundestrainer Heiner Brand, Tennis-Ikone Boris Becker und Ex-Nationalkeeper Oliver Kahn als Vierter erhielt. "Ich bin stolz darauf. Für mich sind aber Pele, Muhammad Ali, Max Schmeling und Jack Nicklaus die größten Sportlegenden", sagte Beckenbauer. Gelassen bewertete der Fußball-Kaiser die Situation beim FC Bayern München nach dem Streit zwischen Trainer Louis van Gaal und Präsident Uli Hoeneß. Beckenbauer: "Das sollte man alles nicht überbewerten."
Auch Michael Ballack hatte inmitten von rund 2800 Ballgästen doppelten Grund zur Freude. Der derzeit verletzte Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft von Bayer Leverkusen wurde für sein Engagement als Sonderbotschafter des UN-Programms UNAIDS als Sportler mit Herz geehrt - und nahm die Auszeichnung ohne Gehilfen entgegen. "Ich kann seit zwei Tagen ohne Krücken laufen. Die Kraft fehlt noch, und das Bein wackelt, aber im Januar will ich wieder angreifen", erklärte Ballack, der in Sachen HIV-Prävention und Aufklärung noch Nachholbedarf sieht: "Es ist nach wie vor ein Tabuthema. Aber die Zahlen zeigen auch, dass die Arbeit fruchtet."
Steffi Jones indes konnte sich in einer langen Ballnacht, die unter dem Motto "Ballzauber - vom Slalom zum Doppelpass" stand, noch einige Tipps von Beckenbauer holen. Die Ex-Nationalspielerin wird in den nächsten Monaten dem Kaiser nacheifern und alle teilnehmenden WM-Länder besuchen. Beckenbauer hatte in seiner Eigenschaft als OK-Chef der Männer-WM 2006 ebenfalls alle Endrunden-Starter besucht.
Die von Jones angeführte Delegation wird auf ihrer Reise in 15 Länder 180 Stunden im Flugzeug verbringen und rund 120.000 Kilometer zurücklegen. Erste Station ist am 8. Dezember Sydney, gefolgt von Auckland am 10. Dezember. Der Urlaub wird wegen des Reise-Marathons in diesem Jahr auch etwas kürzer ausfallen. "Aber am 22. Dezember werde ich meinen 38. Geburtstag feiern und danach Weihnachten. Das lasse ich mir nicht nehmen", kündigte Jones an. Im Januar steht dann der Besuch des afrikanischen Kontinents an.
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