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Modetrend aus England
Der hässliche Weihnachtspullover

So feierten die Sport-Stars Weihnachten
So feierten die Sport-Stars Weihnachten
Köln. Der Trend möglichst hässlicher Weihnachtspullover schwappt nach Deutschland. Der Fußball ist ganz vorne dabei.

Mesut Özil schämte sich ein bisschen. Er posierte bei Twitter im grottenhässlichen roten Weihnachtspullover, vornedrauf ein Schneemann: mit Hut, Möhre als Nase, Schal und großen Knopfaugen. Der Weltmeister vom FC Arsenal lächelte gequält.

Tradition in England

Das Bild war ein Werbefoto für einen sogenannten "Ugly Christmas Sweater", also einen Pullover, der so hässlich ist, dass er schon wieder Kultstatus besitzt. Den bringen englische Fußballvereine seit Jahren zeitgleich mit den Spekulatius in den Supermarktregalen auf den Markt. Und solche Pullover gibt es jetzt auch in Deutschland.

Was soll der Fan kaufen, der schon alles besitzt? Ein Fan mit Vereinslogo-Toaster, Hissfahne und Klub-Schnuller fürs Baby? Richtig - etwas, was er nicht braucht. Das hat der 1. FC Köln erkannt und seinen "schäbbisch Weihnachts-Pulli" auf den Markt gebracht. "Draußen wird's wieder kälter... Macht es wie Rudi - holt euch den schäbbisch Pulli für die Weihnachtszeit", schrieb der Verein auf seiner Facebook-Seite. Fürs Foto parat stehen musste der lettische Nationalspieler Artjoms Rudnevs. Er machte das den Umständen entsprechend souverän.

Er nahm es, wie sein Verein, anscheinend mit Humor. Beliebtester Kommentar eines FC-Anhängers unter dem Post: "Aber hässlich ist der schon, oder?". Der FC kann damit leben: "Wir sagen schäbbisch."

Fast 50 Euro müssen die Geißböcke für das fragwürdige Teil auf den Tisch legen. Dafür hat der Pulli aber auch alles: Hennes mit Wollschal, Schneeflocken, die irgendwie an die Domspitzen erinnern - und natürlich Fußbälle. Mehr geht nun wirklich nicht.

Berühmt geworden ist der hässliche Pullover zur Weihnachtszeit Anfang des Jahrtausends. Colin Firth trug im Film "Bridget Jones" ein buntes Strick-Ungeheuer. Ein Trend war geboren.

Seitdem springen alle auf den Zug auf. Top-Designer oder große Modeketten haben hässliche Pullis zu Weihnachten im Angebot, häufig wird ein Teil des eingenommenen Geldes an wohltätige Projekte gespendet. Die Tage im Dezember sind ja die Zeit der Nächstenliebe.

In Köln gab es letztes Jahr sogar eine Party für die Träger des extravaganten Kleidungsstückes. Vielleicht hat der FC ja eine Marktlücke entdeckt. Bis jetzt sind sie jedenfalls der einzige Bundesligist mit einem solchen Angebot im Fanshop. Zudem gibt es noch einen Rentier-Pulli des VfB Stuttgart - der Zweitligist handelte sich damit einen mittleren Shitstorm ein.

(sid)
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