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Ex-DFB-Präsident
Gerhard Mayer-Vorfelder ist tot

Fotos: Gerhard Mayer-Vorfelder – DFB-Präsident, CDU-Politiker, Stuttgarter
Fotos: Gerhard Mayer-Vorfelder – DFB-Präsident, CDU-Politiker, Stuttgarter FOTO: dpa, bwe jhe bwe
Düsseldorf. Der Deutsche Fußball-Bund trauert um Gerhard Mayer-Vorfelder. Der Ehrenpräsident des DFB ist am Montag im Alter von 82 Jahren in einem Stuttgarter Krankenhaus gestorben. Er hinterlässt seine Frau Margit und vier Kinder.

Das teilte der DFB am Dienstag mit. "Im Namen des DFB und auch ganz persönlich möchte ich seiner Frau Margit sowie seiner gesamten Familie mein tiefes Beileid aussprechen", sagt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. "Mit Gerhard Mayer-Vorfelder geht eine prägende Figur des deutschen Fußballs. Ich habe ihn in all den Jahren immer als gradlinigen, entschlossenen und kompetenten Menschen kennen gelernt, der sich mit viel Engagement für den Sport eingesetzt hat und dabei immer die Bedürfnisse der Spieler im Blick hatte.”

"Er war sicherlich in erster Linie ein Mann der Profis, der aber auch einen Blick für die Sorgen der Amateure hatte. Seine größte Leistung war gewiss die totale Veränderung der Nachwuchsförderung ab 2002 in Deutschland. Der Ausbau der Leistungszentren ist sein Verdienst – und damit ist er für mich der eigentliche Vater des WM-Erfolgs 2014. Ohne diese Maßnahmen hätten wir Spieler wie Mesut Özil, Mario Götze und Mats Hummels überhaupt nicht gefunden", sagte Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger, der gemeinsam mit Mayer-Vorfelder von 2004 bis 2006 als Präsident fungierte.

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Der frühere Kultus- und Finanzminister Baden-Württembergs startete Ende der 60er-Jahre seine Funktionärskarriere als Vorstandsmitglied des Württembergischen Fußball-Verbandes. 1975 wurde er Präsident des VfB Stuttgart. In seine Amtszeit (bis zum Jahr 2000) fallen zwei Deutsche Meisterschaften (1984, 1992) und ein DFB-Pokalsieg (1997). Von 1986 bis 2000 führte Mayer-Vorfelder daneben den DFB-Ligaausschuss.

Dem DFB-Präsidium gehörte er seit 1986 an und wirkte dort von 1992 bis 2001 als Vizepräsident. 2001 wurde er auf dem Bundestag in Magdeburg zum Präsidenten gewählt und erlebte in dieser Funktion die Weltmeisterschaft in Deutschland. Nach der WM schied er aus dem Amt aus und wurde 2007 Ehrenpräsident. Mayer-Vorfelder erwarb sich in den Exekutivkomitees von Fifa und Uefa auch international hohes Ansehen. In Würdigung seiner Leistungen wurde ihm unter anderem das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Zu seinen wichtigsten Entscheidungen an der Spitze des Verbandes gehörte die grundlegende Optimierung der Talentförderung im deutschen Fußball. Das Netz der DFB-Stützpunkte wurde auf sein Betreiben gezielt ausgebaut und die Ausbildung verbessert, daneben wurden die heute etablierten Nachwuchsleistungszentren für Lizenzvereine verpflichtend gemacht. Wolfgang Niersbach: "Seine Ideen und sein Einsatz haben dem Fußball wichtige Impulse gegeben, von denen wir alle heute profitieren. Die aktuellen Erfolge mit dem Gewinn der WM als Höhepunkt gehen auf richtungsweisende Weichenstellungen der Vergangenheit zurück, die Gerhard Mayer-Vorfelder maßgeblich mitgestaltet hat."

(RPO)
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